Das abgehobene Präkariat

Mittwoch, 14. April 2021 um 13:50 - futziwolf

Eine traurige Realsatire:
der folgende text ist aus dem blog "Der virtuelle Treffpunkt am IfKW München"

Das abgehobene Präkariat

Wir werden Geld verdienen irgendwann. Zum Teil schon jetzt. Wir sind oder werden Doktoren. Wir kopieren nicht mehr, wir tragen Koffer. Wir sind sehr mobil. Wir führen Beziehungen über Distanzen, über die unserer Urgroßeltern in ihrem Leben nicht hinausgekommen sind. Wir sind flexibel. Wir haben keine Zukunft außer unserer Karriere und keine Gegenwart außer unserem Job.
Wir sind das abgehobene Präkariat. Wir sind überdurchschnittlich gut gebildet. Wir sollen die Gesellschaft führen, nach unserem Marsch durch die Institutionen. Aber bis dahin müssen wir uns selbst verleugnen und beweisen, dass wir hart genug sind für diesen Job. Keine Familie, keine Partnerschaft, keine Freundschaften dürfen dem im Wege stehen. Alles muss auch über Distanz funktionieren. Wir umarmen uns nicht, wir HDGDL.

Was für ein Leben ist das? Ist es das wert? Wir fragen nach Sinn und nehmen uns eine Auszeit in Neuseeland oder in Indien. Damit wir wieder voll da sind. Bis zu unserem Herzinfarkt. Generation Praktikum goes Generation work-a-holic. Carpe Diem.

http://piazza.ifkw.lmu.de/







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