Wo es schmerzt, da greift man hin !!! (1)

Dienstag, 28. März 2017 um 10:13 - himbeertoni
Die neue Glosse im aponaut
YouTube - YouPorn -
YouWhatever oder Aufstand von Unten

von himbeertoni

Selbstrepräsentationen waren schon immer Halli-Galli für den gemeinen Mob. Das Individuum ist unteilbares Scheißkonzept. Auch wir sollen Teil werden. Lass uns endlich Teil werden! Früher kam man gleich viel viel schlechter an die Reproduktion einer Muschi oder eines Dödels als jetzt.

Der Diplom Medienpsychologe Prof. Groebel spricht und meint hoffentlich nicht: "Meine Prognose für die Zukunft: Irgendwann ist eine Sättigung der geschmacklosen Peinlichkeiten erreicht, durch die Dauerpräsenz wird es irgendwann mal langweilig werden". Was ist, wenn sich das alles noch steigert, weil der Mensch bekanntermaßen ein Virus ist? Dann wird es nicht langweiliger oder spannender, als es jetzt schon ist. Wer sich noch aufregt ist nostalgisch.

Das Karnevaleske nach Michael Bachtin: Ein Schauspiel ohne feste Bühne, jeder ist Teilnehmer ist gleichzeitig Akteur, Gesetze und Beschränkungen werden für die Dauer des Karnevals aufgehoben. Im virtuellen blüht der Karneval noch mal richtig auf. Also ich finde das hat was subversives. Macht von unten sieht eben nicht immer schön aus.

Da wo es Bilder gibt, gibt es Ich. Der polymorph perverse Säugling verliebt sich in sein Spiegelbild: "Da bin ich! Endlich ganz!" Stimmt zwar nicht, aber die Spiegelfixierung wirkt ein Leben weiter. Zwischendurch klopft das Reale an der Tür. Nicht aufmachen! Da ist so ein Narr im Mahakalakostüm! Das ist ent-setzlich, aber auch lustig.
Das Ich ist eine imaginäre Verkennung, damit lässt sich doch arbeiten! Dieser Text zum Beispiel ist ohne jeden Sinn, aber halbwegs kohärent! Gut gemacht! Zurück zu den zirkulierenden Geschlechtsteilen. Die beißen nicht, die wollen nur spielen. Und wenn man sie genau betrachtet fangen sie an zu lächeln.

Weil "die Pornographie sexueller als sexuell ist", hat "sie gar kein Sexuelles mehr an sich" (Baudrillard natürlich). Wer primäre oder sekundäre Geschlechtsmerkmale fetischisiert, der nervt zumindest nicht mit Moral. In diesem Geiste habe ich heute meinen Penis ins Internet gesetzt. Nein, nicht meinen Penis, die Reproduktion der Reproduktion eines Peniszitats ohne Signifikant. Damit auch jeder weiß, das es sich um eine widerständische Strategie gegen die Totalitarismen der Moderne handelt, habe ich die Datei "diesistkeinpenis.jpg" geannt.


Literatur: Michael M. Bachtin. Literatur und Karneval
http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegelstadium
http://de.wikipedia.org/wiki/Mahakala

http://www.weltalswilleundvorstellung.de/baudrillard.html


Liederkaputtmacher: http://www.myspace.com/liederkaputtmacher

Wer es gerne mit dem Zeigefinger hat:
Wie geschmacklos können Heimvideos sein?
von Petra Vitolini Naldini
Die Sucht nach Selbstdarstellung in unserer sogenannten zivilisierten Gesellschaft


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