URSULA 1000 - Mystics

Dienstag, 18. Januar 2022 um 17:25 - futziwolf


URSULA 1000 : "Mystics" : CD : (ESL) VÖ: 27. März 2009
label/vertrieb:
http://www.eslmusic.com/news/mystics_released_today
http://www.roughtrade.com/



[review:]
Zuerst Mal großes Aufatmen nach dem Einlegen der neuen Platte von URSULA 1000 aka Alex Gimeno. Kein Easy Rumba Geschubberre mehr, sondern fette Breakbeats und satte Bässe, dazu ordentlich nervöses Gesample aus der untersten Kiste der 80er und 90er, Handclaps, Handytöne und yeah, Kuhglocken. Nach dem zweiten Durchhören wurde das Album dann für mich allerdings schlicht langweilig. Ein paar Dancefloortaugliche Hits machen eben doch noch kein Album wenn der Rest so belanglos daherkommt wie auf "Mystics".
Übrigens sehr treffend und detailgetreu wie der Kollege von Triggerish das Album hier anschließend bepricht. Ein BigBeat-Revival? Da muss schon n bischen mehr kommen um die Oma wieder aufs Brett zu bringen.
- großmutter futziwolf


presse:
>>> Noch vor ein paar Jahren war die Musik, die Alex Gimeno unter dem Namen URSULA 1000 veröffentlichte, noch ein gefundenes Fressen für Freunde von MOJO CLUB-Compilations und dem FRANK POPP ENSEMBLE. Es war beatlastige Tanzmusik mit dezentem Sixites-Flair : ein bisschen Easy Listening hier, ein paar lateinamerikanische Rhythmen da. Die Prioritäten haben sich schon auf URSULA 1000s letztem Album "Here Comes Tomorrow" von 2005 verschoben. Tanzbar ist es immer noch, aber die Beats wurden schwerer, um nicht zu sagen: bigger.
Sieht man von einigen Mix-Alben ab, ist "Mystics" Gimenos viertes Album. Zum ersten Mal hat der New Yorker für jeden seiner Tracks Vokalisten eingeladen. Dies bedeutet nicht unbedingt, dass es sich hier ausschließlich um Songs im klassischen Sinne handelt, oft steuern die Stimmen nur ein paar Hooks bei (oder wie Adam Dorn es bei "Star Machine" formuliert: "Eenie Meenie Meynie Mo"). Was kein Vorwurf sein soll, schließlich geht es um Musik, die in erster Linie auf dem Dancefloor funktionieren soll. Und das tut sie zweifellos.
Um die höchstmögliche Tanzbarkeit zu erreichen, hat Alex Gimeno ein Sub-Genre wieder belebt, welches vor gut zehn Jahren seine Höhepunkte hatte : und wahrscheinlich deshalb reif für ein Revival scheint. Vielleicht war es auch gar nicht die Absicht, dass sich das housige Soundgemenge, die Sixties-Überbleibsel und die rumpelnden Breakbeats anhören wie Big Beat?
Und dennoch: Es scheint als habe Gimeno mal wieder ein CHEMICAL BROTHERS-Album aus seiner enormen Plattensammlung gefischt, bevor er "The Wizard" produziert hat. Für "i.c.o.m.e." hat er sich offenbar bei "Smack My Bitch Up" bedient, wobei er THE PRODIGYs Aggressivität gegen die schmachtende Disco-Vocals von Rochelle Vincente Von K eingetauscht hat. Insgesamt erinnert der fast psychedelisch zu nennende Sound-Salat nicht selten an BASEMENT JAXX.
Die Beats breaken also wieder, sind groß und bunt, nur die Bässe scheinen etwas tiefer zu liegen als noch vor zehn Jahren. Auf der Tanzfläche sorgt das Disco-Wimmelbild zweifellos für Stimmung. Und im heimischen Sessel, unter dem Kopfhörer? Auch hier macht das Knarzen und Quietschen der Elektronik zunächst Laune, die Handclaps und der Vocoder, das Synthie-Blubbern, die gesampleten Peitschenhiebe, die vorbeirasenden Formel-1-Wagen, Kuhglocken, Handy-Wähl-Töne und so weiter und so fort. Doch schon nach dem ersten Drittel stellt sich ein Gefühl der Übersättigung ein. Was im Tanzrausch : oder in kleineren Dosen : prima funktioniert, ermüdet recht schnell, trotz oder wegen des Dauergrooves. Die Sounds und Samples wirken langsam beliebig und austauschbar, und man wünscht sich letztendlich doch mal einen Melodiebogen, um die Tracks unterscheidbarer zu machen. Der Rap in "Rump" und die Dancehall-Einlage in "Step Back" lockern das Album auf, aber es reicht nicht aus.
Dass für "Mystics" einfach nur sämtliche verfügbaren Sounds auf die Stücke verteilt wurden, das wollen wir Alex Gimeno nicht unterstellen. Aber vielleicht gelingt es ihm ja, seine Ideen beim nächsten URSULA 1000-Album etwas fokussierter einzusetzen. Bis dahin hören wir gerne "i.c.o.m.e." beim nächsten DJ-Set, oder packen "Zombies" auf die nächste Mix-CD. Wie zu Big Beat-Zeiten. <<< lars schneider / triggerfish
artist website:
http://www.ursula1000.com/
http://www.myspace.com/ursula1000
interview:
http://www.planet-interview.de/ursula-1000-25112004.html
mukke:
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discography:
2009 Mystics
2006 Here Comes Tomorrow
2004 Ursadelica
2002 Kinda Kinky
2000 All Systems Are Go Go
1999 The Now Sound Of Ursula 1000
KONZERTE:
28.03.09 - Wien
04.04.09 - Schaffhausen
12.04.09 - Essen
18.04.09 - Ingolstadt



bio:
Ursula 1000 ist das Projekt des New Yorker Multiinstrumentalisten Alex Gimeno. Als Musiker wie auch als DJ steht Ursula 1000 für Vielseitigkeit und Geschmeidigkeit im Dienste des Dancefloor. Electro, Funk, Breaks, Disco, Trip Hop, Glam Rock und allerlei Grooves von rund um den Globus bringt der in Brooklyn geborene Musiker in seinem Projekt unter einen Hut. Seit 1999 veröffentlicht Ursula 1000 auf Eighteenth Street Lounge, dem Label des Washingtoner Duos Thievery Corporation.
Einen Teil seiner Jugend verbringt Gimeno in Miami. Dort arbeitet sein Vater als Musiker für die Flamenco-Band Los Chavales De España. Von ihm stammen auch die ersten musikalischen Einflüsse, die Gimeno benennt: Merengue, Bossa Nova, Weltmusik und allerlei exotisches aus den 50er und 60er Jahren. Von dieser Vielfalt geprägt beginnt Alex Gimeno als Teenager Schallplatten zu sammeln. Eine Leidenschaft, die er über die Jahre pflegt und 2005 nach Augenzeugenberichten ein ganzes Zimmer benötigt, um seine rund 20.000 Tonträger unterzubringen.
Früh schon stellt Gimeno seine Platten in den Dienst der Öffentlichkeit und beginnt in Miami als DJ zu arbeiten. Über die Jahre entstehen darüber hinaus auch eigene Produktionen. Die besten davon bannt er 1999 auf Tape und schickt sie an das Thievery Corporation-Label Eighteenth Street Lounge. Dort ist man sofort angetan vom Sound von Ursula 1000. Das erste Album "The Now Sound Of Ursula 1000" erscheint noch im gleichen Jahr.
In den folgenden Jahren erscheinen "All Systems Are Go Go", "Kinda` Kinky" und "Ursadelica". 2005 nimmt Gimeno dann eine kurze Auszeit, um 2006 mit "Here Comes Tomorrow" wieder aufzutauchen. Die gesammelten Remixe des Albums erscheinen 2008 auf dem Album "Undressed ... Remixed". Darauf sind unter anderem Ladytron, Robosonic und Malente zu hören.

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