DM BOB & JEM FINER - Piraña

Dienstag, 18. Januar 2022 um 17:24 - futziwolf


DM BOB & JEM FINER : "Piraña" : CD//LP - (hazelwood vinyl plastics// INDIGO)
VÖ : 14. november 2008
label/vertrieb:
http://www.hazelwood.de/dmbob/index.php
http://www.indigo.de/unser_programm/titel/92033/



review:
Zu meiner Schande muss ich gestehen, das ich die Möglichkeit, DM BOB & JEM FINER Live im Essener Grend zu erleben, aus Krankheitsgründen nicht wahr genommen habe. Das wird mir sicherlich nicht noch Mal passieren.
Denn DM BOB & JEM FINER sind ein Country-Trash-Erlebniss erster Güte. Den manchmal unverständlichen Unterschied zwischen virtuoser Livepräsenz und einer eher schlicht wirkenden Studioplatte gibt es hier nicht. "Piraña" ist auf Vinyl schon eine Offenbarung dafür, das TRASH ganz und gar nichts mit überdrehtem Unvermögen zu tun haben muss und legt auf dem Weg über Lautsprecher in Gehirn, Bauch und Herz unweigerlich die imaginären Bühnenbilder frei, die den Wunsch, DM BOB & JEM FINER Live zu erleben, unauslöschlich machen.
Und bei all den genialen Cajun-Bluegrass-TexMex-Garage-County-Punk-Verschmelzungen gibt's dazu auch noch jede Menge wunderbare, humorvoll rotzig-dreckige Geschichten, deren genauere Betrachtung sich lohnt. Wer DM BOB & JEM FINER bisher noch nicht kannte, sollte sich nicht lange mit einem "was ist der beste Einstieg" rumquälen, für die "Piraña" gibt's ne Kaufempfehlung mit 5 Sternchen genauso wie für Bum Steer von 2005. - großmutter futziwolf


labelinfo:
>>> Wenn die Trash-Punk-Country Allstars DM Bob und Jem Finer die Traditionen des US - Amerikanischen Südens beim grau melierten Schopf packen und in die Garage schleifen, wird's garantiert laut und schmutzig. Mit einer gehörigen Dosis Übermut entstaubt das Duo die Southern-Skills von falscher Etikette und zeigt wie jung und immergrün diese Musik doch ist, wenn man sie nur richtig spielt. Dass das ein oder andere Abziehbild vom Kaliber Truck Stop dabei das Gebiss verschluckt, ist kalkuliertes Risiko. Wie schon das großartige 05er Debut BUM STEER (fauler Ochse) versprüht auch das zweite Werkstück PIRAÑA jede Menge trashiges Understatement und distinguierten Humor. TRASH meint hier nicht das unvermögende Ergebnis jugendlichen Übermuts, sondern jene virtuose Enthemmung von Meisterhand, die durch den Verzicht auf Scharlatanerie und Brimborium Überkommenes neu erlebbar macht : das kalkulierte Defizit. Dass Jem und Bob dabei nicht alleine stehen, sondern sich mit Bands wie Skip Jensen, The King Khan & BBQ Show oder Bob Log (um nur einige wenige zu nennen) seit Jahren eine Szene im europäischen und nordamerikanischen Untergrund formiert, deutet auf die Relevanz des Ansatzes.
Mit DM Bob und Jem Finer haben sich zwei gefunden, die es beide kaum gewagt hätten, sich zu suchen. Der eine ist ein in Hamburg gestrandeter Südstaatler, der sich als DM Bob And The Deficits einen legendären Ruf weit über die Hansestadt hinaus erspielte, dem John Peel zwei Sessions widmete und der nebenbei die Klitschko-Brüder linguistisch auf ihre Titelkämpfe in den USA vorbereitete. Der andere ist Engländer, arbeitet als "Artist in Residence" am astrophysischen Institut in Oxford und ist nicht weniger als der Mitbegründer der Pogues. Zwei kauzige Vagabunden und Globetrotter mittleren Alters also, die sich längst nichts mehr zu beweisen haben. Und wenn beide die Traditionen des US-amerikanischen Südens beim graumelierten Schopf packen und in die Garage schleifen, wird's garantiert laut und schmutzig. <<<

presse:
>>> DM Bob & Jem Finer spielen LoFi-Südstaaten-Country-Quatsch übers Betrinken, kotzende Hunde, über Frauen, das Gefängnis und nochmal übers Betrinken. Die Musik ist typischer Country-Kram mit schrammeliger Gitarre, Banjo, abgehalfteter Stimme und dem üblichen Pipapo.
Mal gibts eine Stimmung, wie beim Scheunentanz über einen betrunkenen Chihuaha zu stolpern, sich was zu trinken zu holen und mit übelriechenden dicken Frauen weiterzutanzen, als ob es kein morgen gäbe, mal ist die Stimmung so, als ob man völlig hinüber in einer miesen Imbissbude sitzt und auf fettiges Essen wartet. Insbesondere in den "runtergekommenen" Momenten ist die "Pirana" wegen der permanenten Schieflage zwar teilweise sehr anstrengend, aber trotzdem immer noch irgendwie interessant. Und lange dauern diese Phasen sowieso nie, schnell wird die nächste Geschichte erzählt und die geht dann schon wieder ganz anders.
Und dieses Geschichtenerzählen ist die ganz besondere Stärke von DM Bob und Jem Finer! Fast in jedem Lied wird etwas anderes erzählt, mal traurig, mal komisch, aber fast immer absolut hörens- und liebenswert. Alle Geschichten spielen deutlich hörbar in den Südstaaten, sind bodenständig und lebensnah, trotzdem immer mehr oder weniger interessant, auf jeden Fall aber ganz besonders stimmungsvoll. Langeweile kommt auf dem Album sicherlich nicht auf!
Eine gehörige Portion Toleranz für Country-Musik vorrausgesetzt, bekommt man mit "Piraña" eine tolle, abwechslungsreiche Platte, die einen gerade wegen ihrer Abwegigkeit und ihrer Kauzigkeit nachhaltig beeindrucken und begeistern kann. <<< http://www.roteraupe.de/review/
>>> Direkt der erste Titel "Your HeatŽn Chart" führt aufs Glatteis, ist er doch ein (annäherndes) Anagramm des Hank Williams Klassikers "Your CheatinŽHeart". "Mini Bar", mit dem zwingenden Refrain "I drank everything in the Mini Bar", könnte so auch von Dean und Gene Ween stammen. Weitere Themen sind beispielsweise fliegende Untertassen ("Little Red Saucer"). Auch musikalisch lassen sich "Deutschmark" Bob und "Country" Jem nicht festnageln. Der minimalistische Rockabilly-Punk-Song "Pisco" klingt, als ob sich Devo in einen Country-Schuppen verirrt hätten und "Driving School" ist ein fröhlicher Squaredance-Song. Mit dem letzten der 16 Songs legen DM Bob und Jem Finer selbst ihre Interpretation des Geschehens nahe: "SomethingŽs Wrong With This Picture".
Erlauben können sich derartige Späße Musiker, die nichts mehr Beweisen müssen. Jem Finer war langjähriges Mitglied und Banjo-Spieler der Folk-Punks The Pogues. Derzeit ist er "Artist in Residence" am astrophysischen Institut in Oxford, für das er die Musik zum Projekt "Longplayer" komponierte, eine Musiksequenz, die am 01.01.2000 gestartet wurde und die bis zum 31.12.2999 laufen wird, ohne sich zu wiederholen (als Livestream unter longplayer.org mitzuhören).
Auf "Pirana" leben DM Bob und Jem Finer ihre Liebe zu Cajun, Bluegrass, Tex-Mex und Country aus, klingen dabei aber wie eine mit allen Wassern gewaschene Garagenband. Die augenzwinkernde Frischzellenkur tut den mitunter zum Konservatismus neigenden Musikstilen gut und erhöht den Hörspaß ungemein. "Pirana" ist somit auch für Nicht-Cowboys mit Freude an schrägen Arrangements empfehlenswert. <<<
mukke:
http://www.hazelwood.de/dmbob/sound/onlysadsongs.mp3
http://www.hazelwood.de/dmbob/sound/florecent.mp3
http://www.hazelwood.de/dmbob/index.php
http://elrino.co.uk/JemFiner/JemFiner.html
videos:
DM Bob & Country Jem - Lou For Loser


YouTube-Direktlink


The Watzloves: Why Don`t You Ask Me


YouTube-Direktlink


artist website:
http://www.hazelwood.de/dmbob/index.php
http://www.myspace.com/dmbob
http://www.dmbob.de/
discography:
08/2005 - Bum Steer
11/2008 - Piraña
booking contact:
http://www.myspace.com/truemmer


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