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Di, 12.03.2019 ClickClickDecker im DRUCKLUFT

Beginn: 20h
ClickClickDecker
Am Arsch der kleinen Aufmerksamkeiten
http://www.clickclickdecker.de/
http://clickclickdecker.bandcamp.com/#_=_
http://www.facebook.com/clickclickdecker/

Eintritt: 24 Euro Location: Halle



In einer Welt, in der alle immer lauter schreien, ist der Blick aufs Detail manchmal genau der richtige. Und die Liebe zu eben jenem ganz genauso.

"Am Arsch der kleinen Aufmerksamkeiten" heisst das sechste Album von ClickClickDecker, geschrieben und eingespielt von Kevin Hamann, Oliver Stangl und Sebastian Cleemann, der nach vielen Jahren als Freund, Begleiter und Live-Schlagzeuger nun auch bei den Aufnahmen dabei war.

DIESER NAeCHSTE SCHRITT NACH VORN. EINFACH ZU WEIT EINFACH ZU NAH

In der ehemaligen Dorfschule in Nordfriesland, in der auch schon der Vorgaenger "Ich glaub Dir gar nichts und irgendwie doch alles" entstanden ist, sowie in (Heim-)Studios in Hamburg und Berlin produziert, wird das Unmittelbare der Aufnahmesituation auch auf Album Nummer sechs zum Teil der Komposition. "Mandelika" eroeffnet die Platte mit dem Klacken eines Schalters und dem Atmen einer Orgel, bevor ein vor Spielfreude ueberbordendes Orchester aus Harmonium, Drums, Gitarren und brutzelnden Effektgeraeten sagt, wo es mit der Platte hingeht. "Es hat natuerlich unheimlich Spass gemacht, diesen Laerm zu veranstalten. Und dann am Ende noch so eine strahlende Gitarre drueber zu legen", sagt Oliver Stangl zu den ersten Takten des Albums.

Die hakenschlagende Waerme der Instrumentierung wird kontrastiert von Texten, die mehr Fragen als Antworten behandeln. Hamann collagiert Dahingesagtes, Aufgeschnapptes und Profanes mit den grossen Fragen, die er sich stellt.

WAS ICH VON MIR SAGEN WILL. UND WAS ICH VON MIR HALTE

"Wir befinden uns in einer Zeit, in der man sich an Kleinigkeiten aufgeilt, andererseits koennen sie einen auch total abfucken", meint Hamann. "Ich bin keine 20 mehr, ich bin auch keine 50 : alles ist irgendwie super und alles andere sind first world problems. Trotzdem ist da was gewesen, das mich einfach aus der Bahn geworfen hat. Ich konnte den Grund gar nicht fassen. Das spiegelt sich in vielen Texten."

"Schreckmensch" heisst das Herzstueck des Albums, in dem Hamann in nur einer Minute und 34 Sekunden seiner Depression begegnet, die er waehrend der Arbeit an dem Album durchlebte. Ein freundlicher Schlinger-Beat begleitet die schmerzhafte Offenheit der nur drei Zeilen Text. Hier, am Uebergang von A- zu B-Seite, kulminiert der Zweifel. Auch "Minutenklopfer" vertont das Nichtweiterwissen und die Angst vor allem: "Ich fuerchte ja, ich fuerchte nein", heisst es dort.

Mit seinen kryptischen Beobachtungen des Alltaeglichen gelingt es Kevin Hamann, das Grosse im Allerkleinsten zu erzaehlen und das nicht Sagbare in Worte zu fassen. Zu verstehen, worum es in Hamanns Texten in Wirklichkeit geht, das gelingt den wenigsten. Den meisten aber faellt es nicht schwer, sich selbst darin zu erkennen.

IRGENDWO KOCHT IRGENDWER IRGENDWAS AUF DEM HERD. DU FEHLST MIR

Bauarbeiterfaeuste und Airbusse, Muellwagen und Lauborchester, Wehmut und Nachvorneschauen manifestieren sich in dreizehn wundervoll komponierten Songs. Songs, die mit jedem Hoeren ein anderes Gesicht zeigen. Man entdeckt ein neues Instrument, einen pluckernden Beat, das Knarren einer Diele oder das Rutschen der Finger auf den Gitarrensaiten beim Akkordwechsel. Das Immer-wieder-hoeren-wollen sei eine oldschoolige Art ueber Musik nachzudenken, stellt Sebastian Cleemann fest, aber deswegen nicht weniger richtig.

Und so haben Kevin Hamann, Oliver Stangl und Sebastian Cleemann statt einzelne Stuecke effektreich in den Vordergrund zu spielen, "Am Arsch der kleinen Aufmerksamkeiten" liebevoll als Ganzes arrangiert. Mal subtil-subversive, mal exzessiv-durchdrehende Intros, Outros und Zwischenspiele tragen einen durch die Platte: Eine Platte, die sich Zeit nimmt und Aufmerksamkeit braucht : genau diejenige, die heutzutage viel zu selten geschenkt

Location: DRUCKLUFT
Ort: Oberhausen

 
 
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