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Fr, 19.01.2018 8kids + Kind Kaputt im DRUCKLUFT

Beginn: 20h
8kids
support: Kind Kaputt
http://www.facebook.com/pg/8kidsofficial/
http://de-de.facebook.com/kindkaputt/

Eintritt: 15 Euro Location: Halle
praesentiert von: VISIONS, FUZE, piranha, SCHALL., Tonspion.de, noisiv.de


Es ist okay, Angst zu haben. Vorm Scheitern und Fallen, vorm Verlassen werden und Alleinsein, vor der Angst selbst und dass sie fuer immer bleibt. Nur hilft es nicht, sich vor ihr zu verstecken. Man kann sich noch so kleinmachen, sie findet einen ja doch, die Angst. Wer sie ueberwinden will, muss sich ihr stellen. Mit Waenden aus Gitarren, mit riesigen Melodien und mit direkt ins Herz geschrienen Zeilen, die mehr Mut erfordern als alles im Leben. Mit Songs, die groesser sind als die Angst.

8kids aus Darmstadt haben sich lange nicht getraut. Jahrelang haben Jonas, Hans und Emma sich in anderen Bands die Finger wundgespielt, auf dreckigen Boeden geschlafen und die Leute im Publikum an einer Hand abzaehlen koennen, ohne dass es weiterging. Sie haben sich reinreden und verunsichern lassen. "Wir waren kurz davor, alles an den Nagel zu haengen", sagt Hans heute. "Wir dachten, wir machen nie wieder Musik." Aber da war etwas, das sie nicht aufgeben liess. Also alles noch mal auf Anfang, aber diesmal ohne Kompromisse. "Nachdem wir beide von mehreren Schicksalsschlaegen hart getroffen wurden und in uns etwas brodelte, war Jonas und mir klar, dass wir dieses neue Projekt in Angriff nehmen muessen. Ein Musikprojekt, das uns erfuellt und das wir vor allem feiern. Dass letzten Endes so viel mehr daraus geworden ist, ist die Spitze des Eisbergs."

Die ersten Demos nahmen Hans und Jonas noch selbst am Computer auf, zuhause in Darmstadt, und brachten dabei zum ersten Mal alles zusammen, was ihnen etwas bedeutete. Mitreissende Posthardcoresongs mit viel Gefuehl fuer Indierock und Pop und ohne Angst vor Pathos. Jonas schreit dazu, mit einer Stimme zwischen Casper und Fjort, die mal ganz stark ist und mal zerbrechlich. Nur ein letztes Hindernis galt es noch zu nehmen: "Wie es in der Musikwelt so ist, hat unser alter Drummer einen Tag, bevor wir unseren Managementvertrag unterschrieben haben, sich dazu entschieden, die Band zu verlassen - fuer uns ein Schock, wir dachten, das war es mit den 8kids, aber dann stand da in einer verrauchten Kneipe in Darmstadt auf einmal unsere Emma." Zu dritt entstand so die erste EP, spielten sie die ersten Shows : und ploetzlich war der Bann gebrochen. Inzwischen kann man das Publikum auf 8kids-Konzerten nicht mehr an den Haenden abzaehlen. Und das nicht nur, weil man die abwechselnd in die Luft reckt und sich dann wieder verstohlen eine Traene aus dem Auge wischt. 8kids geben alles. Und ihr Publikum gibt alles zurueck.

"Wir brauchten diese musikalische Ehrlichkeit, um auch textlich nicht mehr nur an der Oberflaeche zu kratzen", sagt Hans. Deshalb ueberspannt ihr Debuetalbum "Denen die wir waren" nicht nur musikalisch eine Bandbreite vom zwei Minuten kurzen Hardcoresong "Zerbrechen" uebers rockig-hymnische "vis-à-vis" und "Winter in dir" mit Emmas Stimme bis zur Jahrhundertballade "Zeit", sondern es widmet sich dabei auch viel eindringlicher den Emotionen, die man sonst lieber vergraben laesst. "Kann mich jemand hoeren" erzaehlt die Geschichte eines Menschen, der nicht mehr weiter weiss. "Blitzschlag" handelt davon, wie schwer es manchmal ist, nach Hilfe zu fragen. Und "Zeit" arbeitet, ganz schlicht und zum Heulen traurig, das Ende einer Liebe auf: "Wer in seinem Leben einen Menschen oder eine Beziehung verloren hat, weiss ganz genau, was wir mit "Zeit" zum Ausdruck bringen wollen. Der Song soll an die schoenen Momente erinnern, aber auch dabei helfen, sein Glueck in der Zukunft zu finden."

"Zeit haelt dich nicht fern/ Still den Schmerz nicht mehr", heisst es in "Zeit". Wenn man sich erst einmal traut, solche Zeilen zu schreiben, dann muss man auch keine mehr Angst haben, sie vor Hunderten von Menschen zu singen. "Wir haben viel mehr Selbstbewusstsein, seit wir so offen und ehrlich sind", sagt Hans, "wir muessen uns fuer nichts mehr entschuldigen. Natuerlich kann es sein, dass jemand uns doof findet. Aber wir sind uns sicher in dem, was wir tun."

Weil man grosse Alben auch gross aufnehmen muss, ist "Denen die wir waren" zusammen mit Kristian Kohlmannslehner in dessen Kohlekeller Studio entstanden. Gemeinsam mit dem Produzenten, der gelegentlich auch live am Bass aushilft, haben 8kids ihrem ersten Album jede Menge Gefuehl zwischen Pop-Sensibilitaet und rauem Posthardcore verpasst. Die Gitarren tuermen sich mal auf, mal funkeln sie, Emmas Schlagzeug drischt den ganzen Frust der Vergangenheit weg, Melancholie und Tristesse brechen sich an Liebe und Hoffnung, und wenn mal ein besonders filmreifer Moment ein Klavier verlangt, dann lassen 8kids auch das zu. Nur keine Angst vor grossen Emotionen. Die Emotionen sind schliesslich groesser als die Angst.

Location: DRUCKLUFT
Ort: Oberhausen

 
 
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