Wuppertal: Ausstellung vom OB geschlossen

Mittwoch, 14. April 2021 um 12:14 - futziwolf

Wir, das Netzwerk" BürgerInnen beobachten die Polizei", haben heute mit großem Unverständnis und Entrüstung erfahren, dass die Ausstellung "Vom Polizeigriff zum Übergriff", die gestern im Haus der Jugend Barmen eröffnet wurde, auf Anweisung des Oberbürgermeisters abgenommen wurde. Die Ausstellung des Antidiskriminierungsbüros in Berlin dokumentiert in sehr präziser Form verschiedene Polizeiübergriffe, insbesondere gegen MigrantInnen, und beschäftigt sich mit der Frage, ob es sich dabei um Einzelfälle oder um ein strukturelles Problem handelt: mangelnde unabhängige Kontrolle der Institution Polizei, Corpsgeist, Racial Profiling, häufige Straffreiheit für Beamte u.s.w. Herr Jung behauptet, die Ausstellung würde " die Arbeit und das Ansehen von Polizeibeamten verunglimpfen und diffamieren". Es geht bei der Ausstellung jedoch nicht darum, jeden einzelnen Polizisten oder Polizistin als Gewalttäter oder Rassistin zu stigmatisieren, sondern darum, das Problem als ein strukturelles Problem der Institution Polizei zu thematisieren und zu diskutieren. Wenn der Herr Oberbürgermeister bei der Eröffnung gewesen wäre und sich die Ausstellung angesehen hätte, so hätte er sich davon überzeugen können.
Auch andere Organisationen greifen die Thematik auf, etwa Amnesty international 2004 mit der Publikation: Erneut im Fokus - Vorwürfe über polizeiliche Misshandlungen und den Einsatz unverhältnismäßiger Gewalt in Deutschland ( im Internet unter
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/windexde/LB2004001)
In Wuppertal hat das Medienprojekt solche Fälle in zwei Filmbeiträgen dokumentiert: "Dein Freund und Helfer" sowie "Nix Passiert" sollten am 22.01.2008 im Haus der Jugend zu sehen sein - nun wird nach anderen Räumen gesucht.
All die dokumentierten Fälle sprechen deutlich dafür, dass wir es auch im Bergischen Land mit einem gesellschaftlichen Problem zu tun haben, das öffentlich diskutiert werden muss - durchaus auch kontrovers - und eben dies wollen wir von "BürgerInnen beobachten die Polizei" mit der Ausstellung und der Veranstaltungsreihe erreichen. Deshalb hoffen wir, dass sich andere öffentliche Räume finden, in denen die Ausstellung stattfinden kann und die Veranstaltungen durchgeführt werden können.

Die geplanten Veranstaltungen werden auf jeden Fall stattfinden.
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Mehr Infos + Quelle des Zitats:
http://gegenpolizeigewalt.blogsport.de/

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