Mavis Staples - LIVE: Hope At The Hideout

Dienstag, 18. Januar 2022 um 18:18 - futziwolf


Mavis Staples : "LIVE: Hope At The Hideout" - CD - (ANTI // starkult) - VÖ: 31. oktober 2008
label/vertrieb:
http://www.anti.com/home/
http://www.starkult.de/

Gegen allen anders lautenden Meldungen behaupte ich immer noch, das gute Live-Alben wirklich sehr, sehr selten sind und meistens die wichtigste Anforderung an ein Live-Platte nicht erfüllen können, nämlich die Stimmung eines außerordentlich guten Konzertes wieder zu geben und somit ein mehr als tröstlicher Ersatz für Alle darstellt, die nicht auf dem Konzert waren.
Dem Label ANTI und den Produzenten von Mavis Staples : "LIVE: Hope At The Hideout" ist das Kunststück gelungen. Die eigentliche Sensation bleibt natürlich Mavis Staples selbst. Ihre Interpretationen alter Blues-, Soul- und Gospelhymnen wie "Wade In The Water", "Down In Mississippi" und "Will The Circle Be Unbroken", ihre Version des PETE SEEGER Songs "We Shall Not Be Moved" und all die anderen Perlen werden durch die STAPLE SINGER Legende Mavis Staplesso brillant zelebriert und gelebt, das selbst der Nachbar und die Möbel mitgrooven. Ich bin mir sicher das wir mit diesem Album, zusammen mit der ebenfalls dieses Jahr auf ANTI erschienenen LP von BETTYE LA VETTE, den Beginn eines zeitgemäßen Soul-Blues-Revivals erleben. - großmutter futziwolf
presse:
>>> Es passiert zu viel bei diesem Konzert, als dass man alles notieren könnte. Neben herrlich lustigen Ansagen und einer unbändigen Lust am Groove kommen weder Soul noch Gospel noch Sister Rhythm & Brother Blues zu kurz, es ist eine herrlich stimmungsvolle Party, die Mavis Staples, die Band und das Publikum hier feiern.
Miss Mavis hat gegenüber den Gospel- und Soul-Puristen aus den Oldie-Shows einen enormen Vorteil, sie hat nicht nur mit den Größen der so genannten "Black Music" gearbeitet, sie hat auch mit Leuten wie Prince, dem Blues-Label Alligator und zuletzt mit Ry Cooder an ihrer Musik gefeilt. Natürlich gab es in den späten Siebzigern und in den 80ern geschmackliche Verirrungen, aber ihre Offenheit als Künstlerin hat sie in die Jetztzeit transportiert. Da können die Lieder bei ihren Konzerten noch so alt sein, es ist das pure Leben. Entsprechend kommt ein Spiritual wie Wade In The Water wie ein R&B-Jungbrunnen brummend und kochend daher.
Es gibt keine Berührungsängste, alles was nach Groove riecht, wird von Staples hüftschwenkend besungen, nein, es wird mit gewaltiger Stimme zelebriert. Ob es der abgrundtiefe Blues Down In Mississippi des 1967 gestorbenen J.B. Lenoir ist, oder der anfassende Gospelsong Waiting For My Child, man muss hier von einem echten AUFTRITT sprechen. Mavis Staples ist eine Grande Dame, wie es nur noch wenige gibt. Solche Menschen sind sich übrigens nicht zu schade, so dreckig wie es eigentlich nur Mississippiwasser sein kann zu shouten, oder gar Schoten zu erzählen, die ganz und gar nicht ladylike sind. Sie sind sich auch nicht zu schade, die Bühne zu verlassen und von irgendwo aus dem Zuschauerraum ohne Mikrophon zu singen. Man hört diese Wunderstimme auch ohne Strom durch alle Wände.
Swamp-Groove, für den John Fogerty übrigens Schlange stehen würde, Ry Cooders Version des Traditionals This Little Light (Of Mine), acht Minuten Talking Blues mit einer klaren Botschaft und einem erstaunlichen Gitarrensolo in Why Am I Treated So Bad, der rockige Marsch über den Freedom Highway, den Mavis auch mal brüllend verkünden muss und vom großartigen Backgroundchor unterstützen lässt, und schließlich das bewegende We Shall Not Be Moved, über das mancher schon bei Pete Seeger Tränen vergossen hat. "Black and white together, we shall not be moved".
Ganz am Schluss gibt es den fröhlichen Mitsing-Song I`ll Take You There, bei dem Mavis, der Chor, Rick Holmstrom und das Publikum wenig bis nichts anderes tun als den Refrain zu wiederholen, aber es rockt unbeschreiblich.
"Hope At The Hideout" ist ein Manifest, ein Statement für echte Musik, vor allem aber eine dieser Heart & Soul Schallplatten, die am Ende übrig bleiben werden...<<< (Fred Schmidtlein - http://www.home-of-rock.de/ )
mukke:
http://www.myspace.com/mavisstaplesmusic
videos:
Mavis Staples "Eyes On The Prize"


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Down In Mississippi - Mavis Staples


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artist website:
http://www.mavisstaples.com/
http://www.myspace.com/mavisstaplesmusic
booking contact:
info@rosebudus.com
discography:
Hope At The Hideout - 2008
We`ll Never Turn Back - 2007
Have A Little Faith - 2004
Mavis Staples & Lucky Peterson
Spirituals & Gospel: Dedicated to Mahalia Jackson - 1996
The Voice - 1990
Don`t Change Me Now (reissue) - 1990
Time Waits for No One - 1989
Mavis Staples - 1984
Oh What A Feeling - 1979
A Piece of the Action - 1977
Only for the Lonely - 1970
Mavis Staples : 1969


bio:
Von der singenden Familie zur zeitweise einflussreichsten spirituell motivierten Gesangs-Gruppe der USA: Die Staple Singers haben diesen Weg beschritten. Wie kaum eine andere Formation benutzen die Staples die Kraft aus dem Glauben, um sie im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeiten einzusetzen. "Die Lage hat sich verbessert, aber wir sind noch lange nicht am Ziel", so Mavis Staples. "Und wir werden niemals umkehren."
1915 erblickt in Winona, Mississippi, ein Knabe mit Namen Roebuck das Licht der Welt. Als "Pops" Staples tritt der mittlerweile gut beleumundete Bluesgitarrist 1949 mit seinen beiden Töchtern Cleotha und Mavis sowie seinem Son Pervis in einer Kirche in Chicago auf. Was zu diesem Zeitpunkt noch kaum jemand ahnt: Die Gemeindemitglieder werden Zeugen des Beginns einer beeindruckenden Entwicklung.
Mavis Staples, geboren am 11. Juli 1940 in Chigaco, erinnert sich: "Als wir anfingen zu singen, taten wir das nur zu unserer eigenen Unterhaltung. Eine Karriere hatte damals niemand im Sinn." Von Anfang an teilt sich Mavis die Leadvocals mit ihrem Vater, der die Verantwortung für das Songwriting trägt und zudem seine Staple Singers auf der Gitarre begleitet. "Ich tat, was ich tun musste und was Gott für mich vorgesehen hatte. Meine Stimme ist ein Gottesgeschenk, ich habe eigentlich keine Ahnung von Musik. Ich weiß die Hälfte der Zeit nicht einmal, welche Noten ich singe - es kommt alles von alleine. Das ist, wozu ich berufen bin."
Die Staple Singers interpretieren akustische Gospel-Songs und Spirituals im ländlichen Stil des amerikanischen Südens, und sie tun dies in Kirchen in der Umgebung sowie in einer wöchentlich ausgestrahlten Radiosendung. Anfangs hat Mavis noch Probleme, nicht übersehen zu werden. Überhören konnte man ihren Gesang mit hohem Wiedererkennungswert niemals: "Ich hatte diese große Stimme, nur konnten die Leute nicht sehen, woher sie kam. Sie stellten mich schließlich auf einen Stuhl, weil ich so klein war", erinnert sie sich an ihre Anfänge. "Nachdem ich gesungen habe, kamen Leute mit Tränen in den Augen zu mir und drückten mir Geld in die Hand. Meine Mutter musste mir Taschen in mein Kleid nähen, weil ich die Münzen immer aufs Klavier oder sonstwo hingelegt und dann vergessen habe."
Verschiedene Labels produzierten Aufnahmen mit den Staple Singers, darunter United und der Familienbetrieb Vee-Jay, eines der wenigen schwarzen Rhythm and Blues-Labels seiner Zeit, das auch auf einem weißen Markt Bedeutung erlangt. 1956 landen die Staples mit "Uncloudy Day" hier den ersten Treffer. Ein Jahr später begibt sich die Familie, kaum dass Mavis ihren Highschool-Abschluss in der Tasche hat, auf Tour.
Später wechselt die Gruppe über das Jazz- und Folk-Label Riverside 1965 zu Epic. Der Folk-Boom reißt die Familie mit und beschert ihnen zwei Jahre später mit "Why (Am I Treated So Bad)" und "For What It`s Worth", einer Coverversion einer Nummer von Stephen Stills, erste Erfolge auf dem Mainstream-Pop-Markt.
1968 wechseln die Staple Singers zum (inzwischen legendären) Memphis-Label Stax und singen in Zusammenarbeit mit Steve Cropper und mit Booker T & The MGs als Backing-Band zwei Alben ein. 1970 verlässt Pervis Staples die Gruppe und wird durch seine Schwester Yvonne ersetzt. Etwa zur gleichen Zeit übernimmt Al Bell die Produktion und lenkt den Output der Staple Singers in eine soul- und funklastigere Richtung. 1972 verzeichnen sie mit "I`ll Take Your There" ihren ersten Nummer-1-Hit. Ihre Fassung von "Respect Yourself" stürmt gleichermaßen die R`n`B- wie die Pop-Charts und soll nicht die letzte Erfolgssingle mit Stax bleiben.

Die Staple Singers setzen bereits seit Mitte der 60er Jahre auf "Message Songs", Lieder, die eine Botschaft enthalten und schwingen sich mit Nummern wie "Long Walk To D. C." oder "When Will We Be Paid" zu Stimmen der Bürgerrechtsbewegung auf: Eine Entwicklung, die nicht zuletzt auf die enge Freundschaft zwischen Pops Staples und Dr. Martin Luther King Jr. zurückgeht. "Nachdem wir Dr. King getroffen hatten, schwenkten wir um: Von reinen Gospelstücken zu Protestsongs, zu Freedom-Songs", blickt Mavis zurück. "Wir haben uns allerdings nie sehr weit vom Gospel wegbewegt. Wir sangen Lieder voller Inspiration, um die Leute aufzurichten. Musik ist so eine gute Sache: Sie kann heilen, dich zum Tanzen bringen, zum Lächeln oder zum Weinen. Musik beruhigt und tröstet."
Bereits 1969 nimmt Mavis noch unter der Obhut von Stax unter dem schlichten Titel "Mavis Staples" ihr Solodebüt auf. "Only For The Lonely" folgt ein Jahr später. Nachdem Stax in finanzielle Schwierigkeiten gerät, unterschreiben die Staple Singers bei Curtis Mayfields Label Curtom. Mayfield produziert sowohl "Let`s Do It Again" (1975 der letzte große Hit der Gruppe, an dessen Erfolg nachfolgende Stücke nie wieder heran reichten) als auch zwei Jahre darauf Mavis` Soundtrack-Album "A Piece Of The Action".
Nach einem kleinen Ausflug ins Ende der 70er florierende Disco-Metier, in den Elektropop der 80er (unter der Regie des Trios Holland - Dozier - Holland) kollaboriert Mavis mit Prince und veröffentlicht die nächsten beiden Alben auf Paisley Park. "The Voice" von 1993 wird vom People-Magazin unter die zehn besten Alben des Jahres gewählt. Die Staple Singers covern unterdessen den Talking Heads-Hit "Slippery People" und tun sich 1994 für "The Weight" mit Country-Sänger Marty Stuart zusammen.
Mavis Staples kehrt 1996 zu ihren Gospel-Wurzeln zurück. Mit "Spirituals & Gospel" veröffentlicht sie gemeinsam mit Keyboarder Lucky Peterson ein Album, das Mahalia Jackson, einer von Mavis sehr verehrten Freundin der Familie gewidmet ist. Mavis tritt in etlichen Filmen und zahlreichen Fernseh-Shows, darunter auch die "Bill Cosby Show", auf. 1999 werden die Staple Singers, "Gods Greatest Hitmakers", in die Rock And Roll Hall of Fame aufgenommen. Gerade noch rechtzeitig: Im Dezember 2000 erliegt Pops Staples nach einer Gehirnerschütterung auftretenden Komplikationen.
Bevor die Staple Singers 2005 mit dem Grammy für ihr Lebenswerk geehrt werden, erscheinen von Mavis Staples zunächst Bonus-Tracks zum 1970er Album "Only For The Lonely" (2002) und dann mit "Have A Little Faith" 2004 eine Kollektion optimistischer, kraftvoller, tief in Vertrauen und Spiritualität wurzelnder Gospel-Songs mit Soul- und R`n`B-Anklängen. Bei der Produktion lässt sie sich von Jim Tullio zur Hand gehen. Das Album erscheint auf dem Blueslabel Alligator - für Mavis kein Widerspruch: "Blues und Gospel sind eng verwandt. Beides befreit von allem, das einen zu Boden drückt."
Über die Jahre kollaboriert Mavis Staples mit zahllosen Künstlern. Sie steht mit The Band, Ray Charles, Ann Peebles, Janis Joplin, Pink Floyd, Santana, Tom Petty & The Heartbreakers, Los Lobos, Aretha Franklin und zahllosen anderen auf der Bühne. Sie schreitet an der Seite Dr. Martin Luther Kings und begeistert die amerikanischen Präsidenten Kennedy, Carter und Clinton.
Mavis` "Gotta Change My Way Of Thinking" mit Bob Dylan wird 2003 in der Kategorie "Best Pop Collaboration with Vocals" für den Grammy vorgeschlagen. Hip Hop-Stars von Ice Cube über Salt`n`Pepa bis zu Ludacris samplen ihre Songs. VH 1 rechnet die laut dem Rolling Stone-Magazin "unterschätzteste Diva des Jahrhunderts" zu den "100 Greatest Women of Rock and Roll". 2006 nimmt Mavis Staples den National Endowment for the Arts Lifetime Award entgegen, einen Preis, der 1998 ihrem Vater verliehen wurde. "Ich bin stolz und glücklich. Ich wollte immer in seine Fußstapfen treten."
2007 dreht die Lady wieder auf. Gemeinsam mit Ry Cooder nimmt sie "We`ll Never Turn Back" auf, das, wie sie selbst meint, persönlichste und polemischste Album ihrer Karriere. Erdig und handgemacht der Sound, zu dem der Blick stolz und ohne Reue über die eigene Vergangenheit gleitet. Mavis Staples personalisiert traditionelle Lyrics, indem sie eigene Gedanken und Erinnerungen einflicht und brilliert mit einer Stimme, in der gelebtes Leben, Erfahrung und Weisheit mitschwingen.
"We`ll Never Turn Back" erscheint im April 2007. Mavis Staples ist in der "Today Show", bei Jay Leno und David Letterman zu Gast. Im Mai gibt sie, unterstützt von einer Backing-Band, in der unter anderem Ry Cooder und Mike Elizonzo spielen, zwei Konzerte im Apollo Theater in New York City. Mavis Staples gibt einhundert Prozent. "99 and 1/2 just won`t do."


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