JONATHAN RICHMAN - Because her beauty is raw and wild

Montag, 23. September 2019 um 13:11 - futziwolf


JONATHAN RICHMAN - Because her beauty is raw and wild : CD/LP :
(Vapor Records / Rough Trade) - VÖ - 01.08.2008

label/vertrieb:
http://www.vaporrecords.com/
http://www.roughtrade.de/news/index.php

Das erste was an dieser CD auffällt, neben dem hübschen Coverartwork, ist der angenehm unterproduzierte Sound. Das Ganze klingt tatsächlich, als würde der Typ hinter mir auf dem Sofa hocken und mir zur brillant gespielten Klampfe seine Songs vorsingen. Okay, ein paar mehr Instrumente sind dann insgesamt schon vertreten, aber das ändert nix am Gesamteindruck. Ich muss an CHRIS MURRAY denken und seine spartanischen Oldschool-Ska-Songwriternummern und an WILD PUMPKINS AT MIDNIGHT mit einem deftigen Schuss spanischer Folklore. Sehr sehr schön, kann man nicht anders sagen. Dummerweise liegen mal wieder die Texte nicht bei, so dass ich dazu jetzt auch nicht mehr schreibe. Booklets sind nicht nur für Photos da, Genosse! Anyway, ansonsten gibt das eine 2+, schlechter kann man das wirklich nicht bewerten. - ATAKEKS
Ich habe gerade nach dem x-ten hören des neuen JONATHAN RICHMAN Albums "Because her beauty is raw and wild" im Netz reichlich Kritiken gelesen, z.B. im "Rolling Stone" und "Plattentest Online". Da verzehrt man sich nach den elektrischen Gitarren aus RICHMANs Zeiten bei den MODERN LOVERS, zwanzig Jahre her. Und echauffiert sich darüber, das Mr. RICHMAN "noch nicht mal" eine eigene Homepage hat, sondern nur einen MySpace-Account. Oder bemängelt die spartanischen und wenig abwechslungsreichen Arrangements. Und zur Krönung leitet man seinen angeblichen Absturz auch noch davon ab, das er auf einmal nicht mehr den ewigen Kasperkopp macht, sondern auch melancholischere bis tragische Töne anschlägt. Also, nachdem was ich auf diesem Album gehört habe, sind diese Kritiken allesamt Indizien für eine großartige Platte und die Altersweisheit eines Mannes, der sein Leben auf den (kleinen) Bühnen der ganzen Welt zugebracht hat. Und, Danke für die spartanische Produktion dieses Albums, schon lange nicht mehr so eine eindringliche, minimalistische und wunderbare Performance beschert bekommen, wie sie hier immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge von JONATHAN RICHMAN präsentiert wird.
Der Kritik vom ATAKEKS, das da natürlich Texte statt langweiliger Fotos ins Booklet gehören, schließe ich mich natürlich an, trotzdem auch bei mir eine 2+, mindestens. Übrigens kommt die Vinylausgabe als fettes Klappcover inclusive der Zugabe einer 7". - großmutter futziwolf

presse:
>>> Auf Platten von Jonathan Richman kann man immer etwas lernen. Zum Beispiel den feinen Unterschied zwischen Hetero- und Homobars, dass in Amerika sesshafte Iren nicht zwangsläufig in Irish Pubs verkehren oder warum es manchmal im Zweifel besser ist, ein bisschen weniger geliebt zu werden.
Das neueste Werk des nach San Francisco umgesiedelten Songwriters ist das erste in drei Jahren und knüpft musikalisch nahtlos an den Vorgänger "Not So Much To Be Loved Than To Love" an. Wie einst der große Poet Dylan benötigt der von seinen Fans ähnlich angebetete Richman zum Transport seiner Message kaum mehr als Akustikgitarre und ein glockenhelles Organ. Nicht zu glauben, dass der Kerl langsam auf die 60 zugeht.
Sein Kunstinteresse mündet nach Hommagen an Picasso, Van Gogh und Dali diesmal in ein Tribute an den "Licht- und Schatten"-Künstler Vermeer. Mit seinem Flamenco-artigen Gitarrenanschlag gehört die Nummer zu den besten der Platte. Den holländischen Barockmaler spricht man im Übrigen auf englisch "wörmier" aus. Wieder was gelernt.
Das alles erzählt uns ein Mann, der Mitte/Ende der 70er Jahre im Auge des Punk-Orkans zunächst auf Bostoner Konzertbühnen trat und seine damals noch aktiven Modern Lovers zu wenigstens zwei Studioalben trieb, die jeder Indierock-Besserwisser besitzen sollte.
Sein stets einfach gehaltenes Gitarrenspiel, gepaart mit kindlich-frivolem Humor, der sich auch mal in Abhandlungen über Dinosaurier und mobile Eisverkäufer ergeht, mochte damals so gar nicht den auf Rebellion ausgerichteten Zeitgeist treffen. Dabei gilt sein "Roadrunner" vielen bis heute als erstes Punk-Stück überhaupt.
Richman wars egal, er überlebte die Zeiten, die ihm eine eingeschworene Fangemeinde bescherte und irgendwie auch die lange Auszeit danach, in der er auf genau jene angewiesen war.
Und mit "Because Her Beauty Is Raw And Wild" legt die Kultfigur der US-Indie- und Antifolk-Szene mal eben eines seiner besten Soloalben vor, das nicht nur wie viele Vorgänger vor Witz sprüht, sondern auch mal wieder überzeugende Songs aufführt.
Der Titeltrack gibt die minimalistische Richtung vor: Richmans Stimme, Akustikgitarre, hier und da Percussions, fertig. Das alles aber sorgfältig arrangiert und in schlüssige Songformen gegossen. Auch französische und wieder einmal spanische Fans dürfen sich Richmans Dialekt erfreuen.
Herausragend gerät das düstere, an Velvet Underground erinnernde "Old World" und das beinahe schon als Hit zu bezeichnende "When We Refused To Suffer", das in einer zweiten Version mit E-Gitarre beinahe noch mehr Charme entwickelt.
Mit "Here It Is" kommt sogar noch ein Leonard Cohen-Song zu Ehren, den ich trotz Unkenntnis des Originals ebenfalls als gelungen bezeichnen möchte.
Dass man einmal mehr auf Richmans Texte achten sollte, machen in guter Tradition wieder einige Songtitel deutlich, zuvorderst wohl "Lovers Are Here And They`re Full Of Sweat". Wenngleich die lyrische Schwelle zum Gebiet des Harhar-Humors oftmals gering erscheint: Hinter den simplen Songs steckt kein simpler Geist. <<< ( http://www.laut.de/ )
artist website:
http://www.myspace.com/pablopicassowasnevercalledanasshole
fan website:
http://www.sjrp.org/
http://en.wikipedia.org/wiki/Jonathan_Richman
http://de.wikipedia.org/wiki/Jonathan_Richman
mukke:
http://www.myspace.com/pablopicassowasnevercalledanasshole
video:


YouTube-Direktlink


discography:
1976 - Modern Lovers - Get Back
1977 - Jonathan Richman & the Modern Lovers - Get Back
1977 - Rock `N` Roll with the Modern Lovers... - Beserkley
1977 - Live - Wooded Hill
1979 - Back in Your Life - Wooded Hill
1983 - Jonathan Sings - Warner
1985 - Rockin` & Romance - Twin/Tone
1986 - It`s Time for Jonathan Richman - Upside
1988 - Modern Lovers 88 - Rounder
1989 - Jonathan Richman - Rounder
1990 - Jonathan Goes Country - Rounder
1991 - Having a Party with Jonathan Richman - Rounder
1992 - I, Jonathan - Rounder
1994 - Jonathan, Te Vas a Emocionar! - Rounder
1995 - You Must Ask the Heart - Rounder
1996 - Surrender to Jonathan - Vapor
1998 - Live at the Long Branch & More - Last Call
1998 - I`m So Confused - Vapor
2001 - Her Mystery Not of High Heels and Eye Shadow - Vapor
2004 - Not So Much to Be Loved as to Love - Vapor/Sanctuary
2007 - Revolution Summer Soundtrack - Vapor
2008 - Because Her Beauty Is Raw And Wild : Vapor
2009 - A Que Venimos Sino A Caer? (LP/CD) - munster-records (spanien)
tour:
22.03.09 Essen, Grend
24.03.09 Nürnberg, K4
25.03.09 Berlin, Privatclub



bio:
>>> Der Song "Roadrunner" ist nur einer von vielen großartigen Rockraketen der Modern Lovers, Jonathan Richmans 70er Jahre-Band, und geht so: "So I say roadrunner once, roadrunner twice. I`m in love with the modern world. (...) Radio on I felt in touch with the modern world, Radio on I fell in love with the modern world, Radio on I feel in love, feelin` love I got the radio on like the power, got the magic ..."
Wenn Francis McDonald (Teenage Fanclub, BMX Bandits, The Pastels) diese Hymne dann auf dem Benicassim Festival 2004 auflegt, kann man seine Gliedmaßen eigentlich nicht mehr bändigen. Außerdem lautet ein unbekanntes Sprichwort: "Wenn man nicht tanzen kann, dann ist es kein Rock`n`Roll", und Mick Collins von den Dirtbombs sollte man schon Glauben schenken. Wie dem auch sei: Jonathan Richman gehört zum Leben eines wahren Rock`n`Rollers einfach dazu.
Aber wer ist dieser berauschende Mann? Seine Stimme und seine Gitarre sind sein Kapital. Geboren ist er 1951 in Boston. Mit fünfzehn Jahren hält er das erste Mal eine Gitarre in der Hand und ein Jahr später sammelt er die ersten Live-Erfahrungen. 1969 zieht es ihn nach New York in die Welt von Velvet Underground, deren Musik bis heute einen großen Einfluss auf ihn ausübt und denen er 1992 im gleichnamigen Song ein Denkmal setzt.
1970 geht er dennoch wieder zurück nach Boston und gründet The Modern Lovers. "Roadrunner" (U.K. Hit 1977), "She Cracked" und "New England sind nur einige Rock`n`Roll-Popschmuckstücke des so harmlos und schüchtern aussehenden Richman und seiner legendären Punkrock-Band. Und die singt man gerne und laut mit, bevor "Egyptian Reggae" zum verbreiteten Radiosong wird.
Wenn er nicht zu Hause sitzt und neue Songs schreibt, dann geht Jonathan auf Konzertreisen. Überall auf der Welt hat er seine Fans, die ihn bewundern und die er mit seinem catchy Auftreten glücklich macht. "Traveling and playing for new people in new places is one of my favorite things", sagt er selbst.
Seine Songtexte sind erfüllt von ironischer Freude, scharfem Zynismus und schrägem Humor. Seine Ideen grenzenlos, denn da können auch schon mal zwei Platten in einem Jahr erscheinen. Seine Diskographie wird folglich immer länger und damit auch seine Fangemeinde.
Einen Filmauftritt hat der Modern Lover ebenfalls schon hinter sich. 1998 in der Superkomödie "Verrückt nach Mary" (Originaltitel: "There`s Something About Mary") verkörpert er einen Barden, der etwas lächerlich mit Wandergitarre die Geschehnisse im Film kommentiert. Dieser ärmliche Auftritt gehört mit Sicherheit nicht zu seinen Höhepunkten. Grausam vor allem in der deutschen Fassung.
Schlimm genug, diese Klamotte auch noch zu synchronisieren. Doch diesen kleinen Faux Pas nimmt man ihm nicht übel. Schließlich schafft es Jonathan schon seit 30 Jahren musikalisch unterwegs zu sein und immer noch sind seine Platten und Konzertreisen nach wie vor ein ungewöhnlicher und einfach wunderbarer Genuss.
Bei seinem Songwriting bekommen die Lachmuskeln garantiert einiges zu tun. So wie auf seinem 2001 erschienenen Album "Her Mistery Not of High Heels and Eye Shadow". Ironie und Trash sind aus seinen Liedern nicht wegzudenken. Musikalisch taucht er gerne in den spanischen Flamenco Pop ein. Seine Musik klingt zunehmend europäisch.
Mit jeder Menge Feuer im Hintern singt er gerne mal auf französisch, spanisch oder italienisch, trotz mangelnder Sprachkenntnisse. Seiner Meinung nach gibt es immer Dinge, die man besser in einer anderen Sprache ausdrücken kann.
Während Richman in Amiland ein Star ist, gilt er hierzulande leider "nur" als Independent-Ikone. Dafür wird er aber groß gefeiert, wenn er denn mal über den großen See springt. Leider performt Mr. Richman viel zu selten in Deutschland. 2004 erscheint mal wieder ein neues Meisterwerk mit einigen bekannten Stücken über seine Lieblinge "Vincent Van Gogh" und "Salvador Dali", die er einfach noch mal neu aufnehmen wollte.
Das 2004er Studioalbum "Not So Much To Be Loved As To Love" produziert Mr. Richman von vorne bis hinten selbst. Wieder mit dabei ist sein langjähriger Trommler und bester Kumpel Tommy Larkins und als Gastmusiker die Bassisten Curly Keranen (Modern Lovers) und Miles Montabano.
2006 erscheint die DVD "Take Me To The Plaza", die ein Konzert aus dem Jahr 2002 in "The Great American Music Hall" San Francisco zeigt. Sieben der 18 Songs stammen vom Album "Her Mistery Not of High Heels and Eye Shadow", andere aus Modern Lovers-Zeiten. Der Song "Let Her Go Into The Darkness" aus dem Soundtrack des Farrelly Brothers-Films "Verrückt Nach Mary" fungiert als Opener des Live-Gigs.
Im Spätsommer 2008 liegt "Because Her Beauty Is Raw And Wild" in den Läden, eine neue Songsammlung, die mit "Here It Is" auch ein Leonard Cohen-Cover enthält. <<< ( http://www.laut.de/ )


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