Bettye LaVette - The Scene Of The Crime

Dienstag, 18. Januar 2022 um 18:10 - futziwolf


Bettye LaVette : The Scene Of The Crime : CD/LP - (Hellcat Records) - bereits erschienen
label/vertrieb:
http://www.starkult.de/
http://www.hell-cat.com/
http://www.anti.com/

Was die Umstände, die zu diesem Album geführt haben und was die Sagen umwogene Karriere der Bettye LaVette angeht, bitten wir den geneigten Leser sich die unten aufgeführte Bio und die Presseausschnitte zu Gemüte zu führen, die sowohl ihre Geschichte als auch der Größe des neuen Albums am nächsten kommen. Die R&B/Blues und Soulqualitäten der Bettye La Vette waren mir auf dem Album "I`ve Got My Own Hell to Raise" von 2005 schon aufgefallen und seitdem sucht sich jeder NorthernSoul-DJ nach altem Vinyl der Dame die Füße wund. Was ANTI da jetzt allerdings auf die Beine gestellt hat um den Interpretationen der so lange untergetauchten Sängerin den richtigen Rahmen zu verpassen ist unglaublich und stellt Bettye LaVette endlich ins richtige Licht und stellt sie gleichberechtigt neben die ganz Großen der R&B/Blues und Soul-Sängerinnen. Gänsehaut !!! - großmutter futziwolf
presse:
>>> Von den ersten Tönen des Openers "I Still Want To Be Your Baby (Take Me Like I Am)" an, wird man vor den Lautsprechern gefangen von dem, was die Southern Rocker und die R&B-Sängerin an Klasse abliefern. Hier stimmt einfach schon alles. Die Truckers gehen zusammen mit LaVette durch ein Wechselbad der Gefühle. Ganz starke verzerrte Gitarren und dann Oldhams Wurlitzer.
In "Choices" strömt einem eine ganze Ladung Gänsehaut entgegen, der man sich nicht entziehen kann. Mit akustischer Gitarre, wenig Schlagzeug und dem Tastenmann wird jetzt schon klar, dass "The Scene Of The Crime" zu einem der spannendsten Platten der letzten Zeit geworden ist.
Was machen die denn jetzt aus Frankie Millers "Jealousy"?
LaVette und die Band geben dem Track ein neues Gesicht. Präzises Drumming von Brad Morgan, der Shonna Tucker-Bass in abgründigen Tiefen. Dieser Spooner Oldham ist unbezahlbar. "Jealousy" sorgt beim Hörer für weitere Glückshormone und die knapp über sechzig Jahre alte Sängerin ist brillant.
Selbst das folgende "You Don`t Know Me At All" vom Eagles-Mann Don Henley, mit ordentlich Groove von der Hintermannschaft, ist fantastisch.
Glaubt der Hörer, bereits vier Highlights der CD gehört zu haben, muss man erst einmal zu Willie Nelsons "Somebody Pick Up My Pieces" kommen. Bettye LaVette interpretiert Songs und macht aus einem Country-Song ein Soul-Monster. Mit welchem Feeling John Neff seine Pedal Steel spielt ist großes Tennis und nun hören wird auch Pattersons Vater David Hood am Bass. Diese sensible musikalische Stütze für LaVettes Stimme ist grandios.
Ein Höhepunkt folgt auf den nächsten: Ray Charles` "They Call It Love" ist an der Reihe und die Drive-By Truckers packen wieder die Groove-Maschine aus. Kelvin Holly von Little Richards Band The Decoys zupft ein fantastisches Gitarren-Solo und David Hood hat den bundlosen Bass geschultert. John Neffs Pedal Steel wimmert herrlich und dann ist John Hiatts "The Last Time" dran und dem Rezensenten gehen die Superlative aus.
Elton Johns "Talking Old Soldiers" wird der Sir selber nie so hinkriegen! Trauer und Herzschmerz können kaum besser interpretiert werden, als von der über den Dingen stehenden Bettye LaVette, die hier von Spooner Oldham am Klavier begleitet wird.
Dann kommt es doch noch zu einem Song, an dem Bettye LaVette schreibtechnisch beteiligt ist. Die weiteren Credits gehören Patterson Hood.
"Before The Money Came (The Battle Of Bettye LaVette)" hat autobiografische Züge, mit dem oben erwähnten Atlantik-Records Faustschlag ins Gesicht:
»I was singing R&B back in 62, before you were born, and your mama, too
I knew David Ruffin when he was homeless, sleeping on my floor before he crossed over
All my friends on the Grammy show, I was stuck in Detroit, trying to open doors
Record deals kept falling apart, one with Atlantic nearly broke my heart.«
Ein ganz großes Stück Musik!
Ruhig lassen die Protagonisten das Album mit "I Guess We Shouldn`t Talk About That Now" ausklingen und hinterlassen einen vor Begeisterung mit der Zunge schnalzen.
Die Tatsache, dass Bettye LaVette nie aufgegeben hat, zahlt sich jetzt aus. Von so manchem Nebengleis hat sie auf die Hauptstrecke zurück gefunden und nun mit den Drive-By Truckers bewiesen, welche Qualitäten in ihr stecken und was so alles möglich ist. 9 von 10 Punkten. Einmalig! <<< Joachim `Joe` Brookes

bio: >>> Es ist schon bemerkenswert. Da erstreckt sich die Karriere von Betty Harris nun schon über mehrere Jahrzehnte und trotzdem kann kaum jemand etwas mit ihrem Künstlernamen Bettye LaVette anfangen. Obwohl sie als eine der ausdrucksstärksten und emotionalsten Stimmen im Soul-Zirkus gilt, blieb ihr der finanzielle Durchbruch letztlich immer verwehrt. Erst im 21. Jahrhundert, nach über 40 Jahren, nimmt ihre Karriere endlich richtig Fahrt auf.
Dabei fängt ihre Geschichte ganz verheißungsvoll an. 1946 in Muskegon, Michigan geboren, kommt sie mit ihrer Familie im Alter von wenigen Monaten nach Detroit, wo sie später die St. Agnes High School besucht. In einer der Hochburgen des Souls sei sie sehr eifersüchtig auf die vielen talentierten Menschen um sie herum gewesen, sagt sie später.
Jedoch ohne Grund, denn bereits mit 16 Jahren wird sie von Johnnie Mae Matthews entdeckt, die mit ihr die Single "My Man - He`s A Lovin` Man" aufnimmt (1962). Die Platte sollte zunächst auf Northern erscheinen, allerdings wird Atlantic Records auf Bettye aufmerksam und sichert sich die Rechte an dem Song, der den Einstieg in die Top 100 zwar knapp verpasst, dafür aber in die Top Ten der R&B-Charts einsteigt. Es folgen Touren u.a. mit Ben E. King, Otis Redding (noch bevor dieser seinen Durchbruch erlebt) und James Brown.
Für ihre Entdeckerin Johnnie Mae Matthews hat LaVette später außer Dank nicht mehr allzu viel übrig: "Eine große, garstige Frau mit Narben im Gesicht, die mich schlug und die Temptations und alle anderen um ihr Geld betrog. Aber sie und mein erster Manager, Robert West, haben mich zu Atlantic gebracht. Sie hätte so viel mehr sein können als sie tatsächlich war."
In den Jahren danach nimmt sie immer wieder Singles auf, so auch ihr wohl bekanntestes Lied "Let Me Down Easy", geschrieben von Dee Dee Ford. Eine extrem athmosphärische Aufnahme, die LaVettes gesamtes Talent im Interpretieren von Songs widerspiegelt. Auch "Hey Love", das Stevie Wonder speziell für Bettye geschrieben hat, sowie die Coverversionen von "With A Little Help From My Friends" der Beatles oder Kenny Rogers "What Condition My Condition Was In" beweisen dies. Bettye LaVette sah und sieht sich nie als Songwriter sondern stets als Interpretin: "Wenn du ein Statement gibst, kann ich daraus ein gewichtigeres Statement machen. Und wenn du eine Story schreibst, kann ich daraus eine fesselndere Story machen. Aber ich denke nahezu niemals darüber nach, selbst eine Geschichte zu schreiben."
Nachdem sie sich mit unzähligen Cover-Versionen und Interpretationen verdingt hat, ist es 1972 endlich so weit: Bettye LaVette wird von Atlantic Records nach Muscle Shoals, Alabama geschickt, um an dem Ort, an dem schon die Rolling Stones, Aretha Franklin, Etta James, Bob Seger und viele andere im Studio standen, ihre erste Langspielplatte aufzunehmen. Es soll ihr lang erwarteter Durchbruch werden, doch es kommt ganz anders.
Die Platte, die den Titel "Child Of The Seventies" tragen soll, wird zwar ohne weitere Komplikationen in kurzer Zeit aufgenommen, von Atlantic allerdings niemals veröffentlicht. Die Gründe sind bis heute unbekannt, nicht mal Bettye LaVette selbst kennt sie. Erst im Jahr 2000 ersteht der französische Soulsammler Gilles Petard die Rechte an "Child" und veröffentlicht es unter dem Namen "Souvenirs" auf seinem Label Art and Soul.
Dieser Umstand hievt Bettye LaVette schließlich auch wieder zurück auf die Showbühne. Zwar erscheint 1982 mit "Tell Me A Lie" auf Motown endlich ihre erste LP, die Scheibe wird jedoch nicht weiter beachtet. 2001 wird sie von Keb Darge und Pete Rock gewürdigt, indem sie auf deren Compilation "Funk Spektrum 3" mit "Let Me Down Easy" vertreten ist. In der Folgezeit wird das Label Anti auf die Dame aufmerksam. "Ich bin wahrscheinlich die einzige 60 Jahre alte schwarze Frau mit einem nagelneuen Deal über drei Platten."
Vorher erscheint allerdings zunächst "A Woman Like Me" auf Blues Express. 2004 wird LaVette dafür der W.C. Handy Award in der Kategorie "Comeback Blues Album of the Year" verliehen. 2005 schließlich erscheint "I`ve Got My Own Hell To Raise" auf Anti unter anderem mit Interpretationen von Sinead O`Connor, Dolly Parton und Aimée Mann. LaVette hat endgültig ihren Stil zwischen Country, Blues und Southern Rock gefunden, ohne dabei ihre Soulwurzeln zu vergessen: "Ich bin Soulsängerin. Wenn ich eine Arie singen würde, würde ich sie singen, wie sie eine Soulsängerin singen würde. Ich kann nicht anders singen."
2007 erscheint der Nachfolger "The Scene Of The Crime", der an dem Ort aufgenommen wird wie schon "Child Of The Seventies": Muscle Shoals, Alabama. Mit dem Unterschied, dass die Platte dieses Mal tatsächlich erscheint. Unterstützt von den Drive-By Truckers, David Hood am Bass und Spooner Oldham am Wurlitzer-Piano entsteht wieder eine Platte, die Genregrenzen verschwimmen lässt und doch nur einer einzigen Kategorie bedarf: Soul. Eine weitere Platte steht im Deal mit Anti noch aus. <<< http://www.mtvhome.de/music/251222/bio
artist website:
http://www.bettyelavette.com/
mukke/video:
http://www.anti.com/artists/view/25/Bettye_LaVette
The Battle of Bettye LaVette


YouTube-Direktlink


discography;:
Tell Me a Lie
Motown, 1982 (LP only)
Not Gonna Happen Twice
Motor City, 1990 (Import CD)
Nearer to You: The SSS Recordings
Charly, 1990 (Import CD)
The Very Best of the Motor City Recordings
Motor City, 1996 (CD)
Bluesoul Belles The Complete Calla Recordings
West Side, 1999 (Import CD)
EMI INT`L, 2005 (Import CD)
Souvenirs
(Original previously unreleased Atco LP from 1973)
Art & Soul, 2000 (Import CD)
Bettye LaVette: Let Me Down Easy In Concert
Munich, 2000 (Import CD)
A Woman Like Me
Blues Express, 2003 (CD)
I`ve Got My Own Hell to Raise
Anti-, 2005 (CD)
Dbk Works (LP)
Vanthology - A Tribute To Van Morrison (Various Artists)
Track; Real Real Gone
Evidence, 2003 (CD)
Get In The Groove - Live (Various Artists)
Tracks: Night Time is the Right Time, Tailfeather Finale
Norton, 2005 (CD)
Take Another Little Piece Of My Heart
The Classic Late `60s Memphis Recordings with The Dixie Flyers
Varese Sarabande, 2006 (CD)
Child Of The Seventies
The Complete Atlantic/Atco Recordings
Rhino Handmade, 2006 (CD)
Do Your Duty
The Complete Silver Fox/SSS Recordings
Sundazed, 2006 (LP)
What`s Going On - The Dirty Dozen Brass Band
Track: What`s Happening Brother
Shoutfactory, 2006 (CD)
Song Of America - Various Artists
Track: Streets Of Philadelphia
Thirty Tigers, 2007 (CD)
The Scene of the Crime
Anti- 2007 (CD)
Anti- 2007 (LP)


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