MANIFEST VINYL & POLITICS

"Wo es schmerzt, da greift man hin" (42) [Update 07.03.12]

Sonntag, 17. Februar 2013 um 19:01 - monsignore genickschuss
Ein mentalitätsgeschichtlicher Blick auf ein aktuelles Problem...
(Mit Frei.Wild ohne uns)
Vor vielen, vielen Jahren, ein genauer Termin lässt sich nicht mehr errechnen, da hielten in Deutschland die Frau Unbefleckter und der Herr Massenmord Hochzeit. Unstrittig ist, dass die beiden eine gute, nahezu perfekte Ehe führten. Ganz gleich wie groß ihr Haus auch wurde – und es wuchs binnen weniger Jahre beträchtlich – und wie viel Schmutz er nach Feierabend besudelt in die gute Stube trug, sie wischte geduldig alles auf, bis fast nichts mehr an sein Tun erinnerte, denn sie wusste, dass Kraft und Härte immer noch der Ergänzung um Ordnung und Sauberkeit bedürfen, wenn man einen guten Eindruck hinterlassen will. Doch obwohl sie beide fleißig und pünktlich waren wie kein zweites Ehepaar auf der Welt und er arbeitete wie ein Berserker, so dass sie ihre Seife schon auf ungewöhnlichen Wegen gewinnen musste, meinte es das Schicksal nicht gut mit ihnen. Ihr Haus, das sich bis weit auf die Nachbargrundstücke ausgedehnt hatte, wurde unter Zwang wieder verkleinert und selbst ihr vermeintlich hervorragender Ruf war plötzlich dahin. Fremde gruben in den Gärten und Kellern Leichen aus und noch mehr als ihre Eltern, Frau Schuldlose und Herr Großmacht, sollten sich die beiden nun in der Verliererecke schämen...

"Wo es schmerzt, da greift man hin" (41)

Mittwoch, 16. Januar 2013 um 00:55 - monsignore genickschuss
Auch du, Michael Haneke!
„Funny Games“ war, der eine oder die andere wird sich erinnern, ein widerlicher Streifen, in dem zwei sadistische, junge Männer eine Kleinfamilie ermorden. Dieses Grauen einmal durchzuspielen (und als Zuschauer durchzustehen) war, so nicht nur ein Freund von mir, allerdings ungeheuer wichtig, da es Regisseur und Drehbuchautor Haneke offenbar gerade mit diesem Plot (und seiner bis dahin selbstverständlich einzigartigen Umsetzung) gelungen ist wie keinem Zweiten, die voyeuristischen Erwartungen der Zuschauer bloß zu legen und in eindrücklicher, wenn nicht unvergesslicher Weise laut über die Darstellung von Gewalt im Film nachzudenken. Blablabla. Blablabla.
Wie keinem Zweiten? Na gut, ehrlich gesagt gab es durchaus Vorläufer. Truman Capotes „Kaltblütig“ behandelte allerdings einen ganz realen Mordfall (ebenfalls eine Familie und zwei Täter) und wurde zwar verfilmt, war aber noch nicht durchdrungen von jener scharfen Medien- und Gesellschaftskritik, die viele Jahre später in Oliver Stones „Natural Born Killers“ als Rechtfertigung für einen psychedelisch angehauchten Rock´n Roll-Horror-Trip mit Kultfilm-Potential herhalten (und den jugendlichen Kinogängern am Arsch vorbei gehen) musste. Das Skript zu der kunterbunten Mörderballade lieferte by the way Quentin Tarantino, der Liebling aller postmodernen Zeichen- und Zitatsucher, dessen Beitrag zur Entpolitisierung des Kinos bisher nur von wenigen (u. a. Vanessa Redgrave) gebührend gewürdigt wurde. Doch auch Stones/ Tarantinos Gewaltexzesse waren auf Dauer nicht genug. Das Publikum gierte nach mehr Entsetzen, Gesellschaftskritik und Selbstreflexion und so wundert es nicht, dass „Mann beißt Hund“ 1992 für eine Weile den „Gesichtern des Todes“ als Underground-Video für 16-jährige den Rang ablief. Am bildungsbürgerlichen Mainstream ging der dreckige kleine Killer-Streifen aus Belgien jedoch weitestgehend vorbei. Prinzipiell prima also, dass 1997 ein kluger Österreicher einen neuen Versuch unternahm das Thema in die Arthaus-Kinos zu bringen. Jenem gut situiertem Cineasten-Pack, das seit Jahren nicht müde wird auch den letzten Serienmörder-Folter-Monster-Scheiß noch zu großer Kino-Kunst zu erheben, konnte so ein Schlag in den Magen sicher nicht schaden und wer war besser geeignet ihn zu führen als der Pazifist Haneke.

"Wo es schmerzt, da greift man hin" (40)

Dienstag, 13. November 2012 um 17:38 - monsignore genickschuss
Solidarität mit Michael Jäger!
Gegen eine Zensur wissenschaftlicher Literatur!

Eine Rezension seines noch immer nicht offiziell erschienenen Buches:

Michael Jäger: Anmerkungen zum faschistischen Charakter der deutschen Sprache und nazistischen Kontinuitäten in Kultur und Gesellschaft.
Noch ist unklar, ob das neue Buch von Michael Jäger überhaupt veröffentlicht wird und das obwohl die Erstauflage schon seit Wochen zur Auslieferung bereit liegt und der Folgeband („Antisemitismus im Zeitalter des Poststrukturalismus. Vom Ende eines Traums.“ ) bereits geschrieben ist. Diese Rezension bleibt also bis auf Weiteres eine unter Vorbehalt.

In seinem letzten Werk hatte der junggebliebene Berliner, thematisch überraschend, aber in gewohnter Schärfe, mit den deutschen Protagonisten einer internationalen Subkultur abgerechnet: „Das Bunt ihrer Haare soll sie vom Feldgrau der Wehrmacht abheben, aber die schwarzen Stiefel und Jacken legen den SS-Bezug zu nahe, um ihnen den deutschen Gruß zu verweigern. Traurige Sturmtruppen freilich, die sich da um Mülleimer balgen, nicht nur aus Sicht des Altnazis.“ („Punk. Oder: Warum die Deutschen lieber Leergut sammeln als für Israel zu streiten!“, Berlin 2004). Allerdings hatte sich Jäger schon kurz nach Erscheinen des 89-Seiten-Büchleins von seinem Text distanziert, nicht weil es daran inhaltlich etwas auszusetzen gäbe, sondern weil der Inhalt noch nutzloser sei als alles was er bisher geschrieben habe und in Zukunft noch schreiben werde, so Jäger.

Mit „Anmerkungen zum faschistischen Charakter der deutschen Sprache und nazistischen Kontinuitäten in Kultur und Gesellschaft“ kehrt der, trotz zahlloser Publikationen noch verhältnismäßig unbekannte Linguist und Soziologe nun jedoch – Viele werden aufatmen! - zu seinem großen Thema zurück und Kapitelüberschriften wie „Subjekt-Prädikat-Objekt – Ein Satzgefüge als Lebenslüge“ zeigen bereits an, dass dieser Autor über seinen Ausflug in die geistlosen Untiefen des Punk keinen Deut an intellektueller Reife und sprachlicher Präzision eingebüßt hat.

"Wo es schmerzt, da greift man hin" (39)

Dienstag, 25. September 2012 um 12:50 - monsignore genickschuss
TIL SCHWEIGERS HELDEN UND TUCHOLSKYS MÖRDER
1924, sechs Jahre nachdem das bis dahin größte und best organisierte Morden der Menschheitsgeschichte endlich zu Ende gegangen war, schrieb Kurt Tucholsky als Ignaz Wrobel den kurzen Text „Vor Verdun“ und schilderte darin Grauen und Elend des Krieges so eindringlich, dass mir, wenn ich ihn nun wieder zur Hand nehme, noch immer zum Heulen und zum Kotzen ist. Und er benannte die Interessen, die hinter diesem Krieg standen, seine Profiteure, die großen Schuldigen, aber auch die kleinen:
„Und die Eltern? Dafür Söhne aufgezogen, Bettchen gedeckt, den Zeigefinger zum Lesen geführt, Erben eingesetzt? Man müsste glauben, sie sprächen: Weil ihr uns das einzige genommen habt, was wir hatten, den Sohn - dafür Vergeltung! Den Sohn, die Söhne haben sie ziemlich leicht hergegeben. Steuern zahlen sie weniger gern. Denn das Entartetste auf der Welt ist eine Mutter, die darauf noch stolz ist, das, was ihr Schoß einmal geboren, im Schlamm und Kot umsinken zu sehen. Bild und Orden unter Glas und Rahmen - `mein Arthur!' Und wenns morgen wieder angeht?“

"Wo es schmerzt, da greift man hin" (38)

Freitag, 17. August 2012 um 23:59 - monsignore genickschuss

BÜRGER HÖRT DIE SIGNALE
DER TERRORISMUS-BEGRIFF UND DAS JÜNGSTE URTEIL DES BUNDESVERFASSUNGSGERICHTS
ZUM EINSATZ DER BUNDESWEHR IM INNERN

1.
Beginnen wir mit der Frage „Was ist eigentlich Terrorismus?“. Muss tatsächlich jeder Mensch, der sich ohne Aussicht auf Raumgewinn mit Waffengewalt gegen eine bestimmte Gesellschaftsordnung wendet als Terrorist bezeichnet werden? Gibt es neben Regierungstruppen und Polizei im besten Fall noch Guerilleros und ansonsten nur Terroristen?
Die Definition des selbsternannten Extremismusexperten Eckhard Jesse beispielsweise legt dies zumindest nahe. War Stauffenberg also ein Terrorist? War die Résistance bis zur Landung britischer und amerikanischer Truppen in der Normandie eine Terrororganisation? Nein? So ist das ja gar nicht gemeint? Nun, das wollen wir auch nicht hoffen.
Augenfällig aber ist, dass das Wort „Terrorist“ seit jeher ein politischer Kampfbegriff ist und ob eine bewaffnete Gruppe der Öffentlichkeit von Medien und Politikern als eine „terroristische“ vorgestellt oder aber offiziell mit den, in der Regel positiver konnotierten Etiketten „Rebellen“, „Aufständische“ und „Freiheitskämpfer“ versehen wird , hängt fraglos von der jeweiligen Interessenlage ab, ich erinnere hier nur an die UCK und die Regime-Gegner in Libyen und Syrien.
„Wen interessieren solche Definitionsprobleme?“ wird sich mancher an dieser Stelle vielleicht denken, doch tatsächlich ist die eingangs gestellte Frage von großer Bedeutung, denn die Willkür in der Anwendung dieses Begriffes, die mit seiner unklaren Definition geradezu notwendig einhergeht, ermöglicht es den jeweils Herrschenden alle, von denen sie mit nicht-legalen Mitteln bekämpft werden, als „Terroristen“ zu diffamieren, auch wenn sich deren Gewalt gegen eine brutale Diktatur richtet, die ihnen letztlich gar keine andere Wahl lässt. Was aber kann man dieser Tatsache entgegen setzen?

Nun, eine halbwegs seriöse Definition des Begriffes müsste sich meiner Meinung nach erstens am Wort selbst orientieren und den Blick zweitens auf die Opfer der nicht-staatlichen Gewalt richten, denn nur dies ermöglicht eine klare Abgrenzung von den oben genannten Bezeichnungen für bewaffnete Kämpfer aller Art.

Zum Wesen des Terrorismus gehört es, das sagt uns bereits eine kurze etymologische Betrachtung und soweit dürften wir wohl auch alle übereinstimmen, Angst und Schrecken zu verbreiten. Ist dies die Absicht einer bewaffneten Gruppe, so scheint mir eine notwendige, aber noch keine hinreichende Bedingung erfüllt, ihre Kämpfer als Terroristen zu bezeichnen. Denn: In beinahe jedem Konflikt, das gilt für eine Kneipenschlägerei wie für den Kalten Krieg, legten und legen es die verfeindeten Parteien darauf an, dem anderen Angst zu machen, sei es durch Gebrüll, Schlachtgesänge, militärische Überlegenheit oder Vernichtungsdrohungen (Atombombe). Rebellen und Freiheitskämpfer können unter den Vertretern der von ihnen bekämpften Systeme durch Anschläge großen Schrecken verbreiten, aber sind sie deswegen schon Terroristen? Welche Mittel stehen ihnen denn sonst zur Verfügung? Kuchenbacken und Lichterketten gegen Folter und Gewehre könnten den einen oder anderen Machthaber vielleicht dazu bringen sich tot zu lachen, aber pauschal vom unausweichlichen Erfolg friedlicher Proteste auszugehen, halte ich für einen Irrtum.

"Wo es schmerzt, da greift man hin" (37) [UPDATE]

Samstag, 11. August 2012 um 11:26 - monsignore genickschuss
Bundeswehreinsatz im Inneren
Soldaten fürs aufsässige Volk

>>> Reservisten der Bundeswehr sollen die Polizei zur Aufstandsbekämpfung unterstützen dürfen.
Eine erste Einheit ist nun in Bremen im Dienst.
HAMBURG taz | Die Sicherheitsbehörden können in prekären Situationen künftig auf militärische Unterstützung zurückgreifen, wenn polizeiliche Mittel nicht ausreichend erscheinen. Aktuell stellt die Bundeswehr neue Einheiten im Rahmen des sogenannten Heimatschutzes auf. Die Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSUKr) bestehen ausschließlich aus Reservisten der Bundeswehr.  <<< taz.de
Karlsruhe Vefassungsgericht: Die Richter haben mit ihrem Beschluss, Bundeswehreinsätze im Inneren zu erlauben, das Grundgesetz nicht interpretiert. Sie haben es verändert. <<< sueddeutsche.de
DAZU EINE FRAGE
meine lieben Mitbürger, Facebook-Freunde und Shopping-Süchtigen: Sagt, habt Ihr den Eindruck, dass der demokratische Rechtsstaat BRD gerade seinem Untergang entgegen geht? Habt Ihr in den letzten Monaten mit täglich sich steigerndem Entsetzen von verheerenden Terroranschlägen in Berlin, München und Wanne-Eickel lesen müssen, von Tausenden von Toten, von explodierten Regierungsgebäuden, Vergnügungsparks und Einkaufszentren? Wisst Ihr zufällig etwas von bewaffneten Separatisten, die in mehrfacher Kohortenstärke auf den Anschluss Bayerns an Nordkorea hinarbeiten? Ist die Eifel vielleicht längst dabei das Drehbuch eines RTL-oder SAT1-Event-Movies in die Tat umzusetzen und sich in einen Super-Vulkan zu verwandeln? Nein? Davon habt Ihr bisher nichts vernommen, sagt Ihr? Gut! Ich nämlich auch nicht.

Warum dann der institutionalisierte Bundeswehreinsatz im Innern, will man fragen. Stehen uns zur Beobachtung und Bekämpfung un- und organisierter, politischer wie gewöhnlicher Kriminalität denn mit Verfassungsschutz, Polizei, BGS, BKA usw. nicht bereits genügend Behörden (und Personal) zur Verfügung, hat es zur Bewältigung dieser Aufgaben bisher tatsächlich noch an Maschinengewehren, Panzerfäusten und Kampfhubschraubern gefehlt? Und da Selbstbewusstsein und Schamlosigkeit unserer Regierenden den alten Riesen Goliath inzwischen an Größe weit zu überragen scheinen, gibt es darauf sogar eine relativ ehrliche Antwort:

Nicht bärtige Terroristen, russische Mafiosi, süddeutsche Separatisten oder Naturkatastrophen sind das Problem, welches schon mittelfristig nur noch mit militärischen Mitteln gelöst werden kann, sondern jene Teile des Volkes, die der Gottheit Markt bedauerlicherweise geopfert werden müssen, damit aber möglicherweise bald nicht mehr einverstanden sein und massenweise protestieren oder sogar streiken könnten. Und wer nun sagt „Interessiert mich nicht. Ich habe sowieso noch nie daran gedacht meine Arbeit niederzulegen oder auf die Straße zu gehen!“, sollte sich zumindest mal fragen, ob Grundgesetz und Demokratie für ihn überhaupt noch eine Bedeutung haben, bzw. ob ihm der alte Kaiser Wilhelm nicht im Grunde lieber wäre.

Ich bitte Euch, lest diesen Artikel, denn wenn der demokratische Rechtsstaat BRD gerade seinem Untergang entgegen geht, dann aus anderen Gründen als den oben genannten.

aus aktuellem Anlass ::

"Wo es schmerzt, da greift man hin" (36)

Dienstag, 7. August 2012 um 00:53 - monsignore genickschuss
Eine gute und eine schlechte Nachricht
von Genosse Monsignore Genickschuss


Die gute Nachricht
ist, dass es in Deutschland inzwischen offenbar in Einzelfällen möglich ist, aufgrund von Kontakten zur rechtsextremen Szene aus dem Polizeidienst gebeten zu werden. Da bin ich fast geneigt Anreden wie „Zecke“ und „linke Sau“ mal für den Moment zu vergessen. Schließlich habe ich mich in meiner ausgedehnten Jugend tatsächlich sehr merkwürdig gekleidet und da ich mich zudem auch noch des Öfteren mit anderen verwegen kostümierten Gestalten getroffen habe – Auf offener Straße und außerhalb der Karnevalssaison! - , wäre ich es, wie ein Verwandter einst formulierte, ohnehin „selbst Schuld“ gewesen, wenn sie mich „eines Tages kaputt“ geschlagen hätten. Schwamm drüber... Das war's dann aber auch schon.

Die schlechte Nachricht ist: Ansonsten alles beim Alten. Die junge Ruderin aus jenem deutschen Staat, der 1990 einer „Markterweiterung“ (Günter Grass) zum Opfer fiel, wurde übrigens gar nicht zur Heimreise gezwungen, nein, sie ist um Schaden vom Team... Ich bitte um Entschuldigung: um Schaden von der Mannschaft abzuwenden, freiwillig nach Hause gefahren. So viel Opferbereitschaft aber muss honoriert werden. Und so machten sich u.a. ein GRÜNER und ein Journalist der ZEIT bereits Gedanken über den Begriff der Sippenhaft und ob man diesen nicht hier zur Anwendung bringen müsse. Und weil das Fräulein Drygalla, über dessen Gespür für den rechten Umgang man vielleicht streiten kann, sich inzwischen öffentlich von den braunen Kameraden und der braunen Gesinnung ihres braunen Freundes distanziert hat, ist unser Verteidigungsminister, unter dessen Aufsicht Deutschlands Freiheit derzeit am Hindukusch und am Horn von Afrika verteidigt wird, durchaus gewillt ihm, also dem Fräulein, seinen breiten Rücken zu stärken.
"Wo sind eigentlich Grenzen? Steht es uns als Öffentlichkeit eigentlich wirklich zu, den Freundeskreis von Sportlerinnen und Sportlern zu screenen, zu gucken, was da los ist? Müssen wir von Sportlerinnen und Sportlern verlangen, dass sie offenbaren, mit wem sie befreundet sind, was die denken? Wo ist da die Grenze? Ich glaube, die ist hier schon überschritten worden.", zitiert DIE ZEIT den Herrn de Maizière.
[Update: Mecklenburg-Vorpommerns Innen- und Sportminister Lorenz Caffier (CDU) ist auch gegen Gesinnungsschnüffelei, jedenfalls wenn es um Nazis geht. Anmerk. des Setzers.]
„Genau!“, denke ich. „Und Sport ist Sport und Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps und Auschwitz ist Auschwitz...“ Und irgendwann muss auch mal Schluss sein!
Äh, womit jetzt? ...

"Wo es schmerzt, da greift man hin" (35)

Samstag, 14. Juli 2012 um 18:55 - monsignore genickschuss
Von Werbe-Strichern und Erinnerungen an die Weimarer Republik
von Genosse Monsignore Genickschuss
„Ever fallen in love with someone you shouldn't fall in love with?“, fragt mich die lausige Cover-Version des BUZZCOCKS-Klassikers in der neuen KIA-Werbung und ich denke „Bestimmt! Aber so lange ich mich nicht in den Kapitalismus und bescheuerte Autos verliebe geht das wohl in Ordnung.“ Und dann fällt mir noch der alte ATTILA ein, der einst sang: „Never mind the BUZZCOCKS, I'm sticking with THE CLASH“, aber deren „Should I stay or should I go“ wurde ja bereits zu Beginn der 90-er Jahre von jedem Levis-Jeans-Träger fröhlich vor sich hin geträllert, was freilich nicht verhindern konnte, dass mich auf dem 99-er Bizarre-Festival ein verschwitzter Hippie mit NIRVANA-T-Shirt und bekifftem Grinsen fragte: „Wer is'n eigentlich Joe Strummer?“. Ja, „Geschichte wird gemacht“ und man kann sich auch nicht alles merken...

"Wo es schmerzt, da greift man hin" (32)

Sonntag, 8. April 2012 um 23:10 - monsignore genickschuss
Ein paar Zeilen zum neuen Text vom alten Grass und der Art des Umgangs damit:
von Monsignore Genickschuss
Ende Februar 2012 wurde bekannt, dass der Iran noch keineswegs mit dem Bau einer Atombombe begonnen hat. Wie schon 2007 waren es erneut die US-Geheimdienste, die dem Gerede über die nukleare Bedrohung, die angeblich schon bald von diesem Land ausgehen soll, jeden Boden entzogen. Dennoch scheinen sich israelische Regierung und Militärs weiterhin auf einen Krieg vorzubereiten und rechtfertigen diesen eisern mit den weiterhin als Tatsache betrachteten, aber vollkommen unbewiesenen Bomben(sprich Vernichtungs-)plänen Teherans.

Wenn man nun auf die Realitätsferne der von israelischer Seite erhobenen Beschuldigungen hinweist, wenn man in diesem Fall von recht offensichtlicher Kriegstreiberei spricht, ist man dann ein Antisemit, wie es Henryk M. Broder und die Ruhrbarone heute von Günter Grass behaupten? Wohl kaum, denn von der israelischen Regierung zu verlangen keinen unnötigen Erstschlag gegen den Iran zu führen, bedeutet doch wahrlich nicht dem israelischen Staat oder seiner Bevölkerung oder gar allen Juden das Existenzrecht abzusprechen.

LARS VON TRIER, ISRAEL UND DER AUFRECHTE FOLTERKNECHT

Donnerstag, 19. Mai 2011 um 22:53 - monsignore genickschuss
LARS VON TRIER, ISRAEL UND DER AUFRECHTE FOLTERKNECHT
von Monsignore Genickschuss ++++++++++++   (und der Spiegel zu dem Rauswurf)
Selten habe ich eine so erbärmliche Pressekonferenz gesehen wie die, welche der Herr von Trier in Cannes zu seinem neuen Streifen „Melancholia“ gegeben hat. Was der einst sehr geschätzte Dogma-Mitbegründer sich dort zusammengestottert hat, war, selbst wenn er das Ganze nicht nur als verdammt schlechten Witz, sondern als medienkritische Kunst-(PR-)Aktion geplant hatte – von wegen ich sag jetzt mal, dass ich ein Nazi bin und schon hab ich die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit – immer noch unterirdisch und einfach zum Kotzen. Er könne Hitler verstehen, ergänzte der dänische Regisseur sein „Bekenntnis“, er sei aber gegen den 2. Weltkrieg und für die Juden, Israel sei allerdings dennoch „a pain in the ass“ usw. usw. Auf youtube gibt´s die entsprechenden O-Töne für alle, denen das noch nicht genügt.

Aus unserer Reihe "Filme die sie sich nicht ansehen sollten" [UPDATE]

Mittwoch, 11. Mai 2011 um 00:02 - monsignore genickschuss
"Joschka und Herr Fischer"
Regisseur Pepe Danquarts Doku über den Ex-Außenminister Joschka Fischer ab 19.05. im Kino, "eine Zeitreise durch 60 Jahre Deutschland"... oder auch:
Deutsche Geschichte - Eine «bürgerliche Konsolidierung»
presse: >>> Joschka und Herr Fischer zeichnet sich durch komplette Abwesenheit auch nur jeder Schrumpfform von politisch-historischer Analyse einer Biographie aus, belegt aber doch recht deutlich, dass Fischer entweder schnell denkfaul und selbstgefällig wird, wenn er auf ein entsprechend devotes Gegenüber trifft, oder aber eben doch noch machtpolitische Restambitionen hegt, wie seine Freunde von der Bild Zeitung seit der Wahl in BW es kosequent lancieren. Die wohlgesetzte Distanziert- und Abgeklärtheit, mit der Fischer über seine «fehlgeleitete» Frankfurter Zeit spricht, lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass hier jemand bis weit in «die Mitte« hinein wählbar bleiben will. Roth&Trittin könnten ja doch noch mal anklopfen, bei einer Personaldecke, die jemanden wie Boris Palmer zu den Hoffnungsträgern zählt. Im Ernst, wer soll es sonst machen, wird sich Fischer gedacht haben, als er dem harmlosen Danquardt einen Weichspüler-Satz nach dem anderen durchgefunkt hat. Im Vergleich dazu sind die legendären ZDF-Sommergespräche von Peter Hahne mit christdemokratischen Führungsfiguren in Kurzarmhemden vor süddeutscher Urlaubskulisse Veranstaltungen auf heißem (Garten-)Stuhl. Danquardt montiert Fischers druckreif über den Brillenrand hinweg formulierte Selbstverleugnungen (wenn man es ihm positiv auslegen will) dann brav zu einem zähen Reigen, zu einem Promo-Streifen, der eine «bürgerliche Konsolidierung» belegen soll. <<< >>> cargofilm.de
ZDF Kino Tipp: zdf.de
[UPDATE 23.05.2011] The Rocky Horror Joschka Show (telepolis)
der Kommentar im aponaut:
Wenn man einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg vom Zaun bricht…

MARTYRDÖD - Sekt - LP

Freitag, 7. Januar 2011 um 20:10 - monsignore genickschuss

DIE ZUKUNFT - SISTERS & BROTHERS

Montag, 16. August 2010 um 19:52 - monsignore genickschuss

Goethe APPD-Mitglied?

Montag, 17. Mai 2010 um 16:54 - monsignore genickschuss
"Es ist ein einförmiges Ding um das Menschengeschlecht. Die meisten verarbeiten den größten Teil der Zeit, um zu leben, und das bißchen, das ihnen von Freiheit übrigbleibt, ängstigt sie so, daß sie alle Mittel aufsuchen, um es loszuwerden." Goethe (Die Leiden des jungen Werther)